Solingen: Jugendherberge: Solingen ist noch im Rennen

Solingen: Jugendherberge: Solingen ist noch im Rennen

Die Herberge Burg schließt im September. Die Stadt bietet den Burger Sportplatz als Ersatzstandort an. Konkurrent ist Wuppertal.

Die Jugendherberge in Oberburg wird definitiv Ende September geschlossen. Doch das bedeutet nicht, dass Solingen damit aus dem Rennen ist, wenn es um einen neuen Herbergsstandort in der Region geht. Denn wie der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) Rheinland, Friedhelm Kamps, gestern betonte, will sich der Verband keineswegs aus dem Bergischen Land zurückziehen. Und auch die Klingenstadt habe, so Kamps, nach wie vor Chancen, den Zuschlag für einen Neubau zu erhalten.

So sei keineswegs auszuschließen, dass bei der Frage einer modernen bergischen Jugendherberge am Ende die Wahl auf Solingen falle, sagte Friedhelm Kamps auf Anfrage unserer Redaktion. Parallel nannte der DJH-Geschäftsführer die Nachbarschaft Wuppertal als möglichen Standort. Wobei schon in Kürze eine Entscheidung fallen könnte. "Der Vorstand des Jugendherbergswerkes Rheinland wird sich mit dieser Frage in seiner Sitzung am 29. Mai beschäftigen", skizzierte Kamps am Montag den weiteren Zeitplan.

Im Januar hatte Oberbürgermeister Tim Kurzbach die "Resolution" zum Standort unterschrieben. Foto: Melchior Fred Lothar

Ein Termin, der im Solinger Rathaus mit Spannung erwartet wird. Nachdem das Herbergswerk Rheinland im vergangenen Jahr nämlich angekündigt hatte, seine Immobilie in Oberburg aufgeben zu wollen, hatte die Stadt mehrfach versucht, die DJH-Verantwortlichen umzustimmen. Unter anderem war im Januar von Oberbürgermeister Tim Kurzbach sowie weiteren Verwaltungschefs und Abgeordneten aus der Region die sogenannte Burger Resolution auf den Weg gebracht worden.

Darin setzen sich die Vertreter des Bergischen Landes für einen Erhalt der Jugendherbergsstandortes Burg ein. Und darüber hinaus bot die Stadt Solingen seinerzeit mit dem alten Sportplatz in Oberburg auch gleich noch ein Alternativgrundstück für einen möglichen Neubau an.

Der Sportplatz liegt 500 Meter vom heutigen Standort. Die Stadt bot ihn als Ersatzgrundstück an. Foto: Hogekamp Lena

Doch seit der Übergabe der "Resolution", die nach einigem Hin und Her schließlich im Februar am Sitz des rheinischen DJH in Düsseldorf erfolgte, herrschte dann zunächst einmal Funkstille. "Wir warten momentan auf einen Kriterienkatalog, den das Jugendherbergswerk erarbeitet und in dem die Anforderungen, die an einen zukünftigen Standort zu stellen sind, konkretisiert werden", sagte jetzt eine Sprecherin der Stadt.

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Sobald dieser Katalog vorliege, werde man sich mit dem Verband erneut treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, hieß es gestern vonseiten der Stadtverwaltung, die ferner betonte, nach wie vor an an den Standort Oberburg zu glauben. "Immerhin kommen weiter sehr viele Gäste nach Schloss Burg. Und zudem wird die gesamte Anlage ja in den nächsten Jahren modernisiert", sagte die Rathaussprecherin.

Dabei gibt es aber keinerlei Zweifel mehr darüber, dass die Tage des alten Jugendherbergsgebäudes in jedem Fall gezählt sind. "Die Herberge Oberburg wird am 30. September geschlossen", bekräftigte nun noch einmal DJH-Geschäftsführer Kamps. So hätten die zurückliegenden Monate erneut gezeigt, dass das Haus nicht länger zu halten sei. Kamps: "Mit der Heizungsanlage sind wir gerade noch über den Winter gekommen".

Eigentlich war seitens des Herbergswerkes vorgesehen gewesen, das Gebäude bereits Ende 2017 zu schließen. Wegen weit über 9000 Vorausbuchungen war später allerdings beschlossen worden, das Haus doch bis Ende September offen zu lassen. Seit einiger Zeit werden eingehende Anfragen allerdings endgültig an andere Herbergen im Rheinland weitergeleitet. In Burg würden mit Blick auf die anstehende Schließung augenblicklich Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, sagte Friedhelm Kamps, der am Montag darüber hinaus unterstrich, die Verwertung der Immobilie sei beim DJH ebenfalls schon Thema.

Ein Punkt, der auch die Stadt tangiert, die aber zunächst Klarheit in der Standortfrage will. "Wenn wir den Kriterienkatalog des DJH kennen, werden wir den mit dem Sportplatz in Oberburg vergleichen", hieß es aus der Verwaltung. Über dieses Grundstück hinausgehende Angebote der Stadt seien bislang noch nicht angedacht worden, unterstrich die Stadtsprecherin.

(uwv/or)