Lokalsport: FC Monheim ist voll oberliga-tauglich

Lokalsport: FC Monheim ist voll oberliga-tauglich

Der Klassen-Neuling brachte sein Premierenjahr mit 50 Punkten gut über die Bühne - trotz der schwierigen Endphase.

Als der FC Monheim (FCM) im August des vergangenen Jahres vor dem ersten Spieltag stand, regierte rund ums Rheinstadion die Ungewissheit. Auf der einen Seite hatten sich die Monheimer für ihre Premierensaison in der Fußball-Oberliga gut verstärkt. So waren etwa in Philip Lehnert, Benjamin Schütz oder Gordon Weniger Spieler gekommen, die ihr gehobenes Niveau bereits in anderen Vereinen nachgewiesen hatten. Die Qualität im Kader sollte damit eigentlich reichen, um in der neuen Spielklasse konkurrenzfähig zu sein.

Auf der anderen Seite war in den Jahren zuvor aber alles sehr schnell gegangen. Nach dem souveränen Landesliga-Aufstieg 2016 gelang direkt der nicht für möglich gehaltene Durchmarsch in die Oberliga. Weil dieser zweite Aufstieg durch einen Last-Minute-Treffer in Qualifikations-Rückspiel gegen den VfL Rhede (2:2) auf die knappste mögliche Art gelang, sahen viele Klassenkonkurrenten im FCM sogar einen potenziellen Absteiger. Um so beruhigender wirkte dann der gelungene Saisonstart auf den Klassen-Neuling. Schon das 3:1 gegen Ratingen 04/19 ließ erahnen, dass sich das Team von Trainer Dennis Ruess in der neuen Spielklasse nicht würde verstecken müssen.

Und als die folgenden fünf Spiele weitere zehn Zähler für Monheim brachten und sich der Aufsteiger nach dem sechsten Spieltag plötzlich an der Tabellenspitze befand, stand die Diagnose endgültig fest: Monheim ist absolut oberliga-tauglich ist. "Das war natürlich sehr schön, so gut in die Saison zu starten und in einen Flow reinzukommen", sagt Ruess im Rückblick. Während einige halb im Scherz und halb im Ernst bereits den nächsten Aufstieg für möglich hielten, mussten die Monheimer danach mit nur einem Sieg aus sechs Spielen die erste Talsohle durchlaufen - und fanden dann erst recht wieder in die Erfolgsspur: Die letzten fünf Spiele vor der Winterpause gewann der FCM und überwinterte dadurch auf einem famosen dritten Tabellenplatz. "Diese Wochen waren wohl die intensivste Zeit. Da hatten wir so gut wie alle Mann an Bord und man konnte sehen, was mit dieser Mannschaft möglich ist", erläutert Ruess.

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Nach dem Wiederbeginn im neuen Jahr blieb der FCM sehr stabil und spätestens nach dem deutlichen 4:1 beim Mit-Aufsteiger FSV Vohwinkel Wuppertal stand Anfang März fest, dass der Abstieg in dieser Saison kein Thema mehr wird. Der früh gesicherte Klassenerhalt erwies sich allerdings als Fluch und Segen zugleich. Einerseits konnten die Verantwortlichen nun zeitig die Planungen für die nächste Spielzeit in der Oberliga vorantreiben, andererseits drehten sich die sportlichen Ergebnisse plötzlich ins Gegenteil.

Lediglich zwei der elf ausstehenden elf Partien konnte der FCM noch für sich entscheiden und sieben Mal ging er als Verlierer vom Platz. Monheim, damals Dritter, belegte in der Schluss-Abrechnung lediglich Rang elf. "Wenn mir vor der Saison einer 50 Punkte angeboten hätte, hätte ich das natürlich blind unterschrieben. Von daher sind wir insgesamt sehr zufrieden mit dieser Saison. Aber ich erwische mich auch bei dem Gedanken, dass man vor allem gegen Ende einiges hätte besser lösen können. Die letzten Wochen waren zäh, nachdem wir den Klassenerhalt früh gesichert und uns dazu entschieden hatten, unsere zweite Mannschaft zu unterstützen", urteilt Ruess.

Gerade gegen Ende ging der Aufsteiger personell auf dem Zahnfleisch. Wichtige Kräfte wie Lehnert, Philipp Hombach oder Kapitän Alexander Karachristos kamen deutlich seltener zum Einsatz als in der Hinserie. "Da haben wir gesehen, wie wichtig es ist, dass wir unseren Kader beisammen haben. Unter dem Strich haben wir eine sehr, sehr gute Runde gespielt. Wir sind aber dafür sensibilisiert worden, dass es nicht von alleine läuft", räumt der Coach ein. Das Siegel oberliga-tauglich hat sich der FCM trotzdem in jedem Fall verdient. Und zu Beginn der nächsten Saison dürfte die Ungewissheit im Rheinstadion deutlich kleiner sein.

(mroe)
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