Hans Schnitzler zeigt Besuchern die Marienkapelle in Monheim

Monheim : Monheim ist stolz auf seine Marienkapelle

Für die Führung am 2. August können sich Besucher noch anmelden. Sie erfahren, warum das Kirchlein Zufluchtsort für die Gläubigen ist.

Wenn die Nachmittagssonne durch die rückwärtigen Fenster der Marienkapelle auf die Pieta des über 500 Jahre alten Kirchleins scheint, taucht sie den gesamten Altarraum mit dem Gnadenbild in ein fast übersinnliches  und magisches Licht. Hans Schnitzler, Vorsitzender des Vereins Marienkapelle, ist fasziniert von diesem einzigartigen Ort mit seiner außergewöhnlichen Geschichte und möchte Besucher bei seiner Führung am Freitag, 2. August, 11.15 bis 12.45 Uhr, an der besonderen Akustik, dem Lichtspiel und der Atmosphäre teilhaben lassen.

Knapp 20.000 Besucher seien im Jahr 2018 gekommen, um sich die einzige Marienwallfahrtskapelle, die so nah am Rhein liege, anzusehen, berichtet der Monheimer. „Das Piwipper Böötchen und der Rhein-Anleger bringen uns viele Gäste.“ 1514 wurde das Kirchlein aus Stein errichtet. Aber es hatte einen Vorgängerbau aus Holz, den Rheinschiffer 1418 bauten.  Bis der Deich 1929 den Ort vor dem alljährlichen Hochwasser schützte, wurde die Kapelle über 400 Jahre lang regelmäßig von den Fluten umspült. Die Folgen der wiederkehrenden Feuchtigkeit sind an der Rückwand zu sehen. Putz bröckelt in großen Stücken herunter. „Hier muss demnächst dringend etwas für den Erhalt getan werden“, sagt Schnitzler.

Seit dem Mittelalter kommen Pilger teilweise von weit her nach Monheim. Der Kölner Ratsherr und Chronist Hermann von Weinsberg listete die kleine Marienkapelle im Jahr 1580 im Zusammenhang mit großen europäischen Wallfahrtsorten auf.  Schon damals brachte eine Fähre Pilger  über den Rhein. Heute laden die kfd-Frauen regelmäßig zu Wallfahrten von Baumberg zur Marienkapelle ein. Einmal jährlich wird  anlässlich des „Tages der Kranken“ ein ökumenischer Gottesdienst mit Segnung abgehalten.  Am Mittwoch, 7. August, beginnen die Feierlichkeiten um 10.30 Uhr mit dem Eröffnungsgottesdienst. Zelebranten sind ein katholischer und ein evangelischer Pfarrer. 

Das Kirchlein ist inzwischen Teil des dezentralen Museumskonzeptes „Monchronik“ der Stadt mit entsprechender Beschilderung und einer App geworden. „Dadurch wurde die Kapelle öffentlich bekannt“, sagt Hans Schnitzler. Vorher sei sie in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden. „Toll, dass die Stadt Monheim den Tourismus so aus- und aufbaut.“ Zu den herausragenden  Besuchern in der jüngsten Vergangenheit gehörten  bekannte Persönlichkeiten wie der Kölner Erzbischof Rainer Maria Wölki, die Schriftstellerin Ulla Hahn und ihr Mann Klaus von Dohnanyi, Alt-Bürgermeister von Hamburg.

Auch die Klangwellen-Konzerte, zu denen  der 200 Mitglieder zählende Verein seit fast zehn Jahren an jedem ersten Sonntag im Monat einlädt, sorgen für ein über die Region hinausreichendes Publikum, dank der Künstler, die auch in großen Konzertsälen spielen. Am 4. Oktober gibt es anlässlich des zehnjährigen Bestehens ein großes Fest.  „PairWind“ –  Sachiko Yoshida (Flöten) und Susanne Herre (Gambe, Mandoline) – geben am 6. Oktober das 120. Konzert (16 Uhr) der Reihe.

Zwar ist die Kapelle nur während der Veranstaltungen und Konzerte geöffnet, Interessierte können sich aber im Hotel „Zum Vater Rhein“ den Schlüssel für eine individuelle Besichtigung abholen. Schon bald wird die Kapelle für die Menschen besser zu sehen sein. Die konkrete Umgestaltung beginnt laut Schnitzler  im Herbst.

Das Kirchlein ist eine Station des dezentralen Museumskonzeptes. Foto: Petra Czyperek
Die hölzerne Eingangstüre schmückt ein buntes Glasfenster. Darüber hängt ein Kreuz. Foto: Petra Czyperek

Neue Parkplätze sollen das Kirchlein dann beispielsweise für die Gäste von Hochzeitsfeiern besser erreichbar machen. Der Damm werde abgetragen, der Spielplatz abgebaut und der Vorplatz werde erweitert. Rund um die Kapelle entstünden zahlreiche neue Sitzmöglichkeiten. Außerdem sei die Errichtung eines Kreuzweges mit sieben Stationen, so wie es zur Entstehungszeit der Kapelle üblich war, geplant. So könnten noch viel mehr Besucher als bisher das Kleinod für sich entdecken, sagt der Vereinsvorsitzende Hans Schnitzler.

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