Langenfeld Malteser-Besuchsdienst sucht ehrenamtliche Helfer

Langenfeld · Am 14. September beginnt ein neuer Qualifizierungskurs in Langenfeld. Interessierte können sich jetzt anmelden.

 Ehrenamtlerin Ranghild Spooren (rechts) macht mit  Rentnerin Christel  Gymnastikübungen. 

Ehrenamtlerin Ranghild Spooren (rechts) macht mit  Rentnerin Christel  Gymnastikübungen. 

Foto: RP/MHD

  Wenn Ranghild Spooren vier  Stunden in der Woche mit  Christel (79) verbringt, dannfreut sich die 56-Jährige jedes Mal. Seit Anfang des Jahres engagiert sich die Mutter zweier erwachsener Kinder ehrenamtlich im Besuchs- und Entlastungsdienst (BED) der Malteser. In der Abteilung Demenzdienste – dort ist der  BED angesiedelt – geht es darum, Zeit mit Menschen zu verbringen, die sich aufgrund der Krankheit verändern. 

Ranghild Spooren besucht die Seniorin regelmäßig zu Hause, unterhält sich mit ihr oder motiviert sie, etwas zu tun. „Wir machen viel Gymnastik, Bewegung und Massage“, berichtet die Langenfelderin. Es gebe einige Körperregionen, welche man mit zunehmendem Alter kaum noch gebrauche. Während man als Kind unglaublich aktiv sei, sich viel bewege und herumspringe, würde dies später nachlassen, besonders, wenn man allein lebe.

Zueinander gefunden hatten die Ehrenamtlerin und Christel, die auch regelmäßiger Gast im Café Malta ist, im Rahmen einer kurzen Findungsphase. Nachdem zur Debatte stand, dass die 79-Jährige auch gerne daheim regelmäßige Gesellschaft haben würde, ist Demenzdienste-Leiterin Jasmin Ottow sogleich aktiv geworden. „Ich suche dann gezielt nach Ehrenamtlichen, die auch Hausbesuche machen möchten. Wir fahren gemeinsam hin und wenn die Chemie zwischen beiden stimmt, kann es losgehen“, beschreibt Ottow die übliche Vorgehensweise.

Dass sich beide sogleich hervorragend verstanden haben, erzählt auch die 79-jährige. „Das war quasi wie Liebe auf den ersten Blick“, strahlt die Seniorin, deren in direkter Nachbarschaft lebende Tochter zwischenzeitlich viel Organisatorisches für die belesene Rentnerin übernimmt. Das Wichtigste bei den häuslichen Besuchen durch den Besuchs- und Entlastungsdienst stellt jedoch immer wieder das gemeinsame Gespräch dar: „Es ist für einen selbst auch bereichernd, weil man so viele Facetten des älter werdenden Menschen mitbekommt“, sagt Ranghild Spooren.

Gerade Menschen, die an Demenz erkrankt seien, würden  viel erzählen. Und  man öffne sich  auch selbst, weil eine Unterhaltung auch stets etwas Gegenseitiges sei. „Man blättert dann auch schon mal im eigenen Leben“, weiß die 56-Jährige.

Weil sie nahet der Malteser-Dienststelle wohnt und häufig daran vorbeigekommen sei, wurde Spooren auf die Hilfsorganisation aufmerksam. Jetzt verbringt die Langenfelderin ihre Freizeit gerne bei ihrer ehrenamtlichen Aufgabe, weil ihr die Arbeit mit und für Menschen  Freude bereitet.  Daher empfiehlt die 56-Jährige jedem, der ein bisschen Zeit hat,  sich beim Malteser Besuchs- und Entlastungsdienst zu engagieren. „Man sollte zwischenmenschliche Wärme mögen und Kontakte zulassen können“, rät die Ehrenamtlerin. Der BED sucht noch weitere ehrenamtliche Helfer, die sich  stundenweise um demenziell veränderte Menschen kümmern. Erforderlich ist eine von der Hilfsorganisation angebotene Demenzbegleiter-Qualifizierung. Die nächste beginnt am 14. September. Infos und Anmeldung unter demenz.langenfeld@malteser.org oder Telefon: 02173 81188

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