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Krefelder Kultur präsentiert sich bei "Kultomat"

Kultur findet statt : Konzerte über den Dächern Krefelds

Trotz Abstandsgebot wird es ein „Krefeld findet Stadt“ geben. Das Krefelder Stadtmarketing-Team hat ein virtuelles Konzept entwickelt. Den ersten Krefelder „Kultomat“ kann man ab kommenden Donnerstag auf einem YouTube-Kanal verfolgen.

Der Trend zu virtuellen Veranstaltungsreihen wird fortgesetzt. Auch das Krefelder Stadtmarketing setzt in diesem Jahr aufs Digitale und präsentiert „Kultur findet Stadt“ in einem eigens dafür eingerichteten YouTube-Kanal. Der „Krefelder Kultomat“, der mit Zusatz „Kultur in Krefeld“ heißt, ist ein Online-Format, in dem Music-Acts, Talkrunden und Kreatives sich abwechseln. Die erste Folge dieser Serie startet am Donnerstag, 2. Juli, ab 17 Uhr.

„Uns war wichtig zu zeigen, dass Kultur in Krefeld viele Facetten hat. Außerdem wollten wir aber auch das Thema ,Stadtraum’ mitnehmen und mussten ein Konzept entwickeln, in dem das alles berücksichtigt wird“, erklärt Claire Neidhardt, stellvertretende Leiterin des Stadtmarketings. Doch wo in der Stadt ist eine Umsetzung unter Corona-Bedingungen überhaupt möglich? Auf Krefelds Dächern. Dort ist garantiert kein Publikumsverkehr zu erwarten. Und so fragten die Veranstalter die Musiker, die eigentlich bei „Krefeld findet Stadt“ 2020 auftreten sollten, ob sie bereit wären, in luftiger Höhe zu spielen. Gelockt wurden sie mit professionellem Videomaterial, das den Musikern am Ende zur Weiterverwendung ausgehändigt wird. „Die Musiker waren schnell dabei. Besonders das professionell erstellte Filmmaterial war natürlich interessant“, sagt Claire Neidhardt.

Durch möglichst verschiedene Bands und Musiker soll ein Querschnitt der Krefelder Musikszene gezeigt werden. Jeder Musikbeitrag dauert rund drei Minuten. „Vor allem die jungen Teilnehmer der Krefelder Musikschulen kostete es Überwindung, sich dem Filmteam und anschließend einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich habe die Jugendlichen für ihren Mut bewundert“, meint die Marketing-Expertin.

Mit Lampenfieber ist auch Thomas Jansen von der Spieleaktion „Mobifant“ zur Talkrunde gegangen, die im Blauen Salon im historischen Stadtbad aufgezeichnet wurde. In dem modernen Format treffen zwei Gesprächspartner aufeinandern, die nichts voneinander wissen und denen eine Stimme aus dem Off, also eine Automaten-Stimme, Fragen stellt. Daher auch der Begriff „Kultomat“. „Das war schon ein beeindruckendes Set, das dort aufgebaut war, mit vier Monitoren, Scheinwerfern und professionellen Kameras“, erinnert sich Jansen, der „extrem aufgeregt“ war, sich aber auch freute, bei der „coolen Nummer“ dabei sein zu dürfen.

Den Kulturmarkt, der sonst ebenso zu „Kultur findet Stadt“ gehört, bauten die Stadtmarketing-Mitarbeiter in abgespeckter Form in der Sauna des Stadtbads auf und ließen die Talk-Show-Gäste dort Geschenke für den Gesprächspartner aussuchen. Neun Episoden sind in dieser Art entstanden, die zwischen 20 und 40 Minuten lang sind. In jeder Episode wechseln sich Gespräche und Musikbeiträge ab. „Wir wollen die Zuschauer mit dem Format überraschen, aber auch unsere Talk-Show-Gäste wurden mit ungewöhnlichen Fragen konfrontiert, die sie spontan diskutieren mussten. Die Ergebnisse sind wirklich sehr interessant“, sagt Claire Neidhardt und denkt dabei mit einem Schmunzeln an die Frage, ob ein Fettfleck Kunst sei oder man ihn wegwischen dürfe.

Zum Gespräch geladen waren Schauspieler, Kabarettisten, Tänzer, Club-Besitzer, DJs oder Zeichner, also Kulturschaffende der verschiedensten Bereiche, die in ungewöhnlichen Zusammensetzungen plauderten. Die Drehtage für das Format waren eng getaktet. „Wir haben in drei Tagen alle neun Bands abgedreht“, sagt Neidhardt, die dafür mit den Musikern auf die Dächer von Hochschule, Samtweberei oder Buisness-Park gestiegen ist. Nun wird noch das Material geschnitten, damit es am 7. Juli auch wirklich losgehen kann, denn Kultur findet diesmal online „Stadt“.