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Korschenbroicher: Die Pescher Dorfgemeinschaft

Korschenbroich : Ein Dorf ist eine große Gemeinschaft

In Pesch kümmert sich ein Verein darum, Strukturen zu erhalten. Die Einwohner verstehen sich als großes Ganzes.

Vor 20 Jahren gab es ein kleines Problem in Pesch: Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ hatte Pesch einen Geldpreis erhalten, die Frage war nur, auf wessen Konto dieses Geld überwiesen werden sollte beziehungsweise konnte. Das war der Impuls, der zur Gründung der Pescher Dorfgemeinschaft führte. Der Vereinszweck besteht nicht daran, darauf zu warten, dass irgendwer Geld überweist. Vielmehr sieht sich die Dorfgemeinschaft als Bindeglied zwischen den Bürgern und den Vereinen. Vor zwei Jahren wurde der Vorstand verjüngt. Der Verein ist jetzt noch näher dran an jungen Familien und noch offener für Neues: „Man kann uns ansprechen und Ideen an uns herantragen“, sagt der Vorsitzende Thomas Türks.

Thomas Türks ist seit zwei Jahren Vorsitzender der Pescher Dorfgemeinschaft, zu seinem Stellvertreter wurde Holger Brüggen (44) gewählt. Die Zahl der Mitglieder konnte seitdem von 150 auf 260 erhöht werden. Vereinszweck ist die Förderung der dörflichen Gemeinschaft in Pesch. Angesprochen fühlen sollen sich diejenigen, die sich sonst in keinem der etablierten Vereine wiederfinden, die zum Beispiel nie auf ein Feuerwehr- oder Schützenfest gehen würden. Dass sich der Vorstand vor zwei Jahren verjüngt hat, spiegelt sich auch im Angebot wider: Aus dem Tanz in den Mai wurde das Sommerfest, das mit Attraktionen wie dem Kuhfladen-Bingo aufwarten konnte und mit knapp 300 Besuchern recht erfolgreich war – nicht zuletzt deshalb, weil es auch ein Familienfest war.

Jedes Vorstandsmitglied hat durchschnittlich zweieinhalb Kinder und weiß, was junge Familien wünschen. Und längst nicht alle stammen aus Pesch. Für Holger Brüggen, der in Raderbroich aufgewachsen ist, ist Pesch so etwas wie Bullerbü, was man mit „heile Welt“ übersetzen könnte, mit Überschaubarkeit, aber auch mit Lebensqualität. Thomas Türks beschreibt den Pescher so: „Er hat eine positive Grundeinstellung zu allem und ist gesellig.“ So falle es auch Neubürgern vergleichsweise leicht, sich in Pesch schnell heimisch zu fühlen – vorausgesetzt, sie streben dies an.

Von Friedel Herten hat der Vorstand eine grandiose Idee übernommen: Den Pescher Dorfkalender – er wird in einer Auflage von 1.250 Exemplaren gedruckt und an alle Haushalte verteilt. Dort sind alle Termine der Vereine vermerkt, egal, ob „Blaulichtnacht“ der Feuerwehr, Fackelausstellung in der Grundschule oder Fahrradwallfahrt der Katholischen Frauengemeinschaft. Wie leistungsfähig die Dorfgemeinschaft ist, war vor fünf Jahren erkennbar geworden: „Die 750-Jahrfeier war komplett von der Dorfgemeinschaft mit Unterstützung der Vereine organisiert worden, Winfried Seppelt hatte eine tolle Festschrift verfasst“, sagt Thomas Türks. Was in diesem Jahr noch so anliegt: „Ende November beziehungsweise Anfang Dezember werden wir uns mit allen Vereinen zusammensetzen und die Termine koordinieren“, erklärt Türks. Der nächste Traditionstermin ist das Tannenbaum-Schmücken am 30. November ab 16 Uhr an der ehemaligen Sparkasse. Im Kindergarten wird Weihnachtsbaumschmuck gebastelt, in der Grundschule Pakete, mit denen der Baum dann geschmückt wird.