Korschenbroich: Nitratbelastung im Grundwasser zu hoch

Gewässerschutz in Korschenbroich: Das Grundwasser weist eine zu hohe Nitratbelastung auf

Der VSR-Gewässerschutz hat insgesamt 79 Wasserproben untersucht. Unter anderem gibt es in Kleinenbroich und Drölsholz zu hohe Werte.

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den jüngsten Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen seiner Informationsveranstaltungen Ende August in Korschenbroich abgegeben wurden. In jeder vierten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des erlaubten Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt 79 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Milan Toups, Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst, Lina Remme, Mitarbeiterin, und Harald Gülzow, Projektleiter, aus dem Raum Korchenbroich und Mönchengladbach für die Untersuchung entgegen. Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft, der ökologische Landbau, kaum wachsen. Hier müssen vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz hat Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden dazu geraten, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 191 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Kleinenbroich. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Drölsholz mit 77 Milligramm pro Liter (mg/l), in Rubbelrath mit 76 mg/l, in Neusser Ortsteil Grefrath mit 84 mg/l und in Schiefbahn mit 78 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet.

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Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser führt beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese muss in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so kann eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein bis Ende September eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind. Weitergehende Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.vsrgewässerschutz.de/analyse/.

Der ökologische Landbau hat weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdünger verzichtet. Außerdem kommt es zu weitgehend geschlossenen Nährstoffkreisläufen, da die Zahl der Tiere sich an der Fläche orientiert, die dem Betrieb zur Verfügung stehen. Nährstoffüberschüsse werden somit bestmöglich vermieden. "In Nordrhein-Westfalen werden allerdings nicht mal sechs Prozent der landwirtschaftlichen Flächen vom ökologischen Landbau bewirtschaftet. Der große Bedarf wird inzwischen mit weit transportierten Lebensmitteln gedeckt.“, erklärt Susanne Bareiß-Gülzow, die Vorsitzende im VSR Gewässerschutz.

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