Hohe Nitratwerte im Wasser in Kleve und Umgebung

Probenentnahme: Labor: Hohe Nitratwerte im Grundwasser

Jeder vierte untersuchte Probe aus dem Kleverland lag über den Grenzwerten.

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der Verein VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die in Kranenburg abgegeben wurden. In jeder vierten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter, so der Verein.

Insgesamt 69 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahm Harald Gülzow aus dem Raum Kranenburg, Kleve, Kalkar und Goch für die aktuelle Untersuchung entgegen. „Ein Grund für die hohen Belastungen ist die intensive Landwirtschaft. Diese hat sich in den letzten zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig konnte die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen. Hier müssen vor allem die Verpächter handeln“, argumentiert Harald Gülzow. VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 145 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Hasselt. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Moyland mit 73 Milligramm pro Liter (mg/l), in Altkalkar mit 96 mg/l, in Pfalzdorf mit 112 mg/l, in Kleve mit 77 mg/l, in Nütterden mit 113 mg/l, in Schottheide mit 86 mg/l, in Frasselt mit 106 mg/l und in Zyfflich mit 121 mg/l fest. Das Wasser sei wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet, so der Verein.

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Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. „Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen“, sagt Gülzow. Nitratbelastetes Grundwasser führe beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Diese müsse in die Berechnung über den Stickstoffbedarf der angebauten Pflanzen miteinbezogen werden. Nur so könne eine Überdüngung und eine Nitratanreicherung in Gemüse verhindert werden. Bürger können dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden, falls sie wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind.

Informationen dazu erhält man auf der Homepage www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/.

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