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Fußball-Oberliga - 1. FC Kleve verliert wieder

Fußball : Der Blick geht nach unten

Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve – 1. FC Bocholt 0:2 (0:2). Nach einem starken Beginn lädt die Klever Defensive den Gast doppelt ein. Bocholts Trainer Jara sagt: „25 gute Minuten reichen gegen uns nicht.“

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Pierre Littbarski sagte einst: „Ohne Leistung entwickelt man sich schnell vom Häuptling zum Indianer“. Gute Leistungen sind dem 1. FC Kleve in allen drei Partien der englischen Woche nicht abzustreiten, doch der Optimismus nach dem Traumstart gegen Hilden ist gewichen; Ernüchterung macht sich breit nach der 0:2-Niederlage gegen Bocholt. „Beide Tore gehen auf unser Konto“, sagt Umut Akpinar. Dabei zeigte sich vor heimischem Publikum ein ähnliches Bild wie am Mittwochabend bei TuRU Düsseldorf: Kleve ist ambitioniert, gar dominant, in entscheidenden Momenten aber geben sie den gegnerischen Angriffsreihen zu viel Platz. Mit viel Oberligaerfahrung wird die die Blauäugigkeit des FC dann ausgenutzt.

Dabei war die Kulisse der Partie eine ganz besondere: lange Schlangen vor dem Eingang, eine volle Haupttribüne und lautstarke Anfeuerungen aus den Gästereihen sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente. Die Rot-Blauen übernahmen auch sofort das Kommando. Nervöse Westmünsterländer mussten zusehen, wie Levon Kürkciyan in der vierten und neunten Minute aus der Distanz gefährlich aufs Tor schoss. Michel Wesendonk hätte gar für die Führung sorgen müssen, als er nach 21 Zeigerumdrehungen in Folge einer flachen Hereingabe Kürkciyans frei vor dem Schlussmann der Schwarz-Weißen auftauchte. Seinem Abschluss mangelte es jedoch an Präzision. Das Publikum sah eine schlechte halbe Stunde der Bocholter, weswegen Trainer Manuel Jara äußerst aufgeregt an der Seitenlinie dirigierte. Der Grund für die Schwächephase war leicht gefunden: „Beim Aufwärmen verletzte sich unser Torhüter Maurice Schumacher. Das war ein Schock für das Team; so musste ich den Jungs erst einmal die Angst nehmen.“

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Im Anschluss aber versetzte sein Team den Hausherren mit einem Doppelpack den vorzeitigen Todesstoß. So traf Lars Bleker mit einem Kunstschuss in den Winkel. „Die Entstehung dieses Tors wurmt mich sehr. Wir gehen einfach nicht auf den zweiten Ball, dadurch hatte Bocholt zu viel Raum. Auch danach bleiben wir passiv“, meint Akpinar. Rechtsverteidiger Marc Beckert zog kurz darauf an FC-Akteur Fatih Duran vorbei und flankte auf den im Strafraum wartenden Andre Bugla. Mit einem Flugkopfball erhöhte dieser zum 2:0. Die FC-Akteure agierten nun defensiv extrem unsicher. Florian Abel konnte nochmals frei vor Schlussmann Andre Barth auftauchen. Abels Lupfer aber flog über das Gehäuse. Enttäuschte Klever mussten sich so von „Ohne Gegner, macht es keinen Spaß“-Sprechchören in die Kabine begleiten lassen.

Nach dem Wechsel brachte Akpinar für den verletzten Abdullo Saidov Stürmer Jan-Luca Geurtz ins Spiel und machte so deutlich, dass die Niederlage für ihn noch nicht in Stein gemeißelt ist. Kürkciyan war es wiederum, der zwanzig Minuten später schnell schaltete und Geurtz mit einem Kurzpass in Szene setzte. Der Angreifer nahm den Ball mit der Brust an, schloss aber zu zentral ab. Spielführer Fabio Forster rüttelte seine Mitspieler letztmalig wach: „Was ist los Männer?“. Die erhoffte Reaktion blieb jedoch aus, nach einem Konter hätte Bocholt in der Schlussphase gar noch für den dritten Treffer sorgen können. „Die Niederlage ist sehr bitter für uns, denn wir hatten das Spiel im Griff“, meint Akpinar. Sein Gegenüber hält dagegen: „Wir hätten den Sack früher zu machen müssen“, sagt Jara, der mit Blick auf neun Punkten aus drei Spielen meint: „Wir resümieren erst nach fünf Spieltagen. Aber einen viel besseren Start kann man nicht hinlegen.“