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Korschenbroich: Kreisjugendamt setzt wegen Corona auf digitale Formate

Kreisjugendamt in Korschenbroich : Die Jugendarbeit ist digitaler geworden

Das Kreisjugendamt hat sich mit seinen Aktivitäten auf die Auswirkungen der Corona-Krise eingestellt. Auch die gemeinsam mit der Stadt Korschenbroich initiierte Jugendkonferenz wird erstmals als Videoschalte stattfinden.

Dass ihre Arbeit in Corona-Zeiten eine Herausforderung ist, haben sie bereits im ersten Lockdown im März bemerkt. Damals musste sich die Korschenbroicher Mitarbeiter des Kreisjugendamtes erst einmal auf das neue Szenario einstellen. Sie drehten ein Video. „Wir sind noch da“, war die Botschaft. Jetzt, acht Monate später, ist nicht nur der Lockdown bislang weniger streng, das Jugendamt ist auch besser vorbereitet.

„Wir haben eine ‚Padlet’-Seite eingerichtet. Dort sind wie in einem digitalen Stundenplan alle unsere Aktivitäten zu finden“, sagt Reinhard Giese vom Kreisjugendamt. Wer die Adresse aufruft, sieht auf einen Blick die Termine der Korschenbroicher, aber auch der Jüchener und Rommerskirchener Einrichtungen. Immer aktuell, wie Giese betont.

Mit dieser Seite will das Kreisjugendamt eine Übersicht in Zeiten bieten, in denen mancher den Überblick verliert. Denn vieles kann das Kreisjugendamt trotz Corona anbieten, vor Ort jedoch nur für kleine Gruppen. Maximal zehn Personen dürfen laut Giese inklusive Betreuern an den Aktivitäten beteiligt sein. Deswegen setzen die Mitarbeiter auch auf digitale Aktionen. Wie zuletzt bei „Glehn leuchtet“. Wer den dortigen Jugendtreff „Sinnflut“ Anfang November auf dem Bild einer leuchtenden Laterne in den sozialen Medien verlinkte, wurde belohnt. „Alle, die mitgemacht haben, haben von uns eine kleine Martinstüte erhalten“, sagt Jugendamt-Mitarbeiterin Michelle Heimbach.

Digital soll es am Mittwoch auch bei einer mittlerweile schon etablierten Veranstaltung zugehen. Die von Stadt und Kreisjugendamt ausgerichtete Korschenbroicher Jugendkonferenz findet dann per Videoschalte statt. „Das gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich auch weiterhin in der Stadt zu beteiligen“, sagt Heimbach. Mit Mitteln, die den meisten mittlerweile schon durch digitalen Unterricht in der Schule geläufig sein sollten.

An der Planung der Konferenz sind neben Stadt und Jugendamt auch die Aktiven von „K’broich4ju“ beteiligt, die mit ihrem gleichnamigen Instagram-Kanal Nachrichten aus der Stadt verbreiten. Eine Initiative, die auch in der Jugendkonferenz ihren Ursprung hat. Passend dazu sollen am Mittwoch eine Video- und eine Schreibwerkstatt für weitere interessierte Jugendliche vorgestellt werden. Thema wird auch eine Initiative der Sparkasse sein, die mit eigenen Geldern und unter Einbindung der Jugendlichen das Projekt „Korschenbroich wird schöner“ umsetzen möchte. Zudem sollen Klimaschutz-Ideen eine Rolle spielen.

Stadt und Kreisjugendamt haben bewusst auf eine nötige Voranmeldung zu der Zoom-Konferenz verzichtet. Giese hofft auf „20 bis 30 Jugendliche“, die sich dazuschalten. Wichtig sei ihm allerdings vor allem, dass sich die Jugendlichen mit Ideen einbringen können. Die Konferenz soll als Auftakt für die verschiedenen Aktionen von Stadt, Kreisjugendamt und Sparkasse dienen. Aus ihr sollen aber immer auch eigene Impulse der teilnehmenden Jugendlichen hervorgehen.

Beim Kreisjugendamt hat derweil auch bereits die Planung für das kommende Jahr begonnen. Mit allen Unwägbarkeiten, die die aktuelle Situation mit sich bringt. „Wir planen so, als ob es wieder eine gewisse Normalität gibt“, sagt Giese. Wohl wissend, dass auch 2021 nicht alles wie vor Corona sein wird. „Dann schauen wir, welche Maßnahmen es zu dem jeweiligen Zeitpunkt gibt und stellen uns darauf ein.“