Korschenbroich: Heimatverein Kleinenbroich kümmert sich um Straßennamen

Erklärende Zusatzschilder in Kleinenbroich: Der unbekannte Name auf dem Straßenschild

An manche kann sich kaum jemand erinnern: Seit 2015 will der Heimatverein Kleinenbroich erklären, wer jeweils dahintersteckt.

Goethe-, Schiller- und Lessingstraßen gibt es in vielen deutschen Städten. Den wenigsten Menschen muss erklärt werden, wer die Namensgeber waren. Die großen Namen deutscher Lyrik sind ein Begriff – auch für Menschen, die aus anderen Städten kommen oder gar aus dem Ausland. Ganz anders sieht es bei Straßen aus, die nach Personen benannt sind, die einen lokalen Bezug haben. Es dürfte wohl kaum einen Münchner geben, der weiß, wer Josef Thory war, oder kaum einen Hamburger, der schon einmal etwas von Karl Nöthen gehört hat. Darum setzt sich der Heimatverein Kleinenbroich seit einigen Jahren dafür ein, alle Straßen im Ortsteil, die Namen von Personen tragen, mit erklärenden Zusatzschildern auszustatten.

Dabei aktiv sind Stefan Schramke (.l), im Heimatverein für die Zusatzschilder zuständig, Uli Stumpen (Mitte, 1. Vorsitzender) und Michael Plum von Teutonia Kleinenbroich. Foto: Heimatverein Kleinenbroich

„Im Jahre 2014 hat der Heimatverein beschlossen, dass es auch in Kleinenbroich erklärende Straßenzusatzschilder geben soll, so wie man sie anderenorts findet. Anfang 2015 konnten die ersten drei Schilder montiert werden“, erzählt Stefan Schramke. Er ist im Heimatverein für das Projekt verantwortlich. Je nachdem, wie viel Schrift auf den Zusatzschildern steht und nach der Menge der bestellten Schilder, kostet ein solcher Zusatz zwischen 80 und 100 Euro. Finanziert werden diese Kosten aus Spenden. „Man muss nur Kontakt mit uns aufnehmen, um die Kosten für ein Straßenzusatzschild zu übernehmen. Ich selbst habe das Zusatzschild für die Von-Stauffenberg-Straße, das gegenüber der Tankstelle hängt, gestiftet“, erzählt Schramke.

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Natürlich gibt es auch in Kleinenbroich und sogar im Heimatverein Bürger, die nicht jeden Namensgeber kennen. Darum ist auch schon einmal Geschichtsarbeit angesagt. „Wir schauen dann in Alfred Hunolds Buch „Hinters Schild geschaut“, im Internet und im Stadtarchiv nach. Wir bekommen tatkräftige Unterstützung durch Michaele Messmann von der Stadtverwaltung“, erklärt Stefan Schramke die Arbeit. Meistens montiere er selber die Zusatzschilder. An 17 Stellen hängen sie bereits. Drei weitere kommen bald im Neubaugebiet Holzkamp West hinzu. Dort tragen Straßen die Namen von Adolf Fellner, der evangelischer Pfarrer von 1958 bis 1976 im Stadtgebiet war, von Hans Herzig Letzter, einem ehemaligen Gemeindedirektor, und von Professor Johannes Heinrich Schipperges, einem 2003 gestorbenen Schriftsteller aus Kleinenbroich. „Die Schildertexte sind bislang nur Entwürfe und müssen noch mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden“, sagt Schramke.

Der Sportverein Teutonia Kleinenbroich unterstützte nun die Aktion, indem die Mitglieder einen Teil des Erlöses aus dem „Entenrennen 2018“ an den Heimatverein gespendet haben. Von dem Geld konnten fünf Zusatzschilder finanziert werden. Diese hängen an der Martin-Luther-Straße, der Eichendorff-Straße, der Albert-Schweitzer-Straße, der Brentanostraße und der Raitz-von-Frentz-Straße.

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