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Korschenbroich: Hauptausschuss wird live im Internet übertragen

Sitzung in Korschenbroich wird im Internet übertragen : Live aus dem Hauptausschuss

Premiere: Erstmals wird eine Korschenbroicher Ausschusssitzung live für die Bürger im Internet übertragen. Das führt zu Veränderungen im Ablauf – und nicht jeder muss sich filmen lassen.

Wenn sich am Donnerstagabend erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder der Hauptausschuss trifft, wird vieles ungewohnt sein. Die Aula des Gymnasiums als Versammlungsort, die Listen, in denen die Anwesenden erfasst werden, der einzuhaltende Abstand, die Hygienemaßnahmen. Eine weitere Premiere gerät da beinahe in den Hintergrund: Erstmals wird ein Korschenbroicher Ausschuss live im Internet übertragen.

Wenn die Kommunalpolitiker debattieren, können sich die Bürger über die städtische Homepage unter www.korschenbroich.de direkt zuschalten. Danach wird das Video laut Stadt noch eine Woche unter https://korschenbroich.de/heimatleben/politik.html zu sehen sein. Zunächst bis zum 30. Juni sollen so alle Korschenbroicher Rats- und Ausschusssitzungen übertragen werden. Die Kosten für den Livestream der bis dahin angesetzten zwei Hauptausschusssitzungen beziffert die Verwaltung in ihrer Ausschussvorlage auf 800 Euro. „Wir haben für den Stream eine örtliche Agentur beauftragt“, sagt ein Sprecher der Stadt. Mit den Kosten seien Hardware, Übertragung und Personalaufwand abgedeckt.

Darüber hinaus bedarf die Übertragung auch einer gesonderten Einwilligung aller Ausschussmitglieder. „Das Recht gefilmt zu werden geht nicht mit dem öffentlichen Amt einher“, sagt ein Sprecher der Stadt. Sollte eines der Ausschussmitglieder nicht zustimmen, müsse die Aufzeichnung für den Zeitraum seines Wortbeitrages unterbrochen werden. Die Einwilligung dürfe auch nachträglich widerrufen werden. Auch, wenn niemand von diesem Recht Gebrauch machen sollte, wird sich der Ablauf der Sitzung ändern. Bei Wortbeiträgen sollen sich die Ausschussmitglieder mit Namensschild ans Rednerpult begeben, damit sie im Stream zu sehen und identifizieren sind.

„Für uns ist das auch ein guter Test, wie so etwas organisiert wird“, sagt der Stadtsprecher. Zwar sei das Angebot zunächst auf die Zeit der Corona-Krise beschränkt, eine Fortsetzung jedoch nicht ausgeschlossen. „Wir wollen danach ein Resümee ziehen, wie viele Menschen sich die Sitzungen angesehen haben“, heißt es von Seiten der Stadt. Ob dauerhaft Livestreams angeboten würden, sei dann eine politische Entscheidung der Ratsfraktionen. Eine Pause müsste die Übertragung aber wohl so oder so einlegen. In dem städtischen Budget für das Jahr 2020 seien dafür außerhalb der aktuellen Krisenzeiten keine entsprechenden Gelder vorgemerkt.

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