Kleve: Pilotprojekt für Studenten

Kleve: Pilotprojekt für Studenten

Die Stadt Kleve ist die einzige in NRW, die bis jetzt zwei Klimaschutzsiedlungen im Förderprogramm hat. Neben dem Groß-Projekt am Mühlenberg bekam das neue Studentenwohnheim für die HRW das neue Förder-Etikett.

In NRW sollen 100 Klimaschutzsiedlungen gefördert werden, 27 sind zugelassen, Kleve hat sogar zwei: Die am Mühlenberg und jetzt das neue Studentenwohnheim am Kanal, das die Hamburger nps-tchoban-voss-Architekten, die auch die Hochschule geplant haben, entwarfen und das das Klever Büro Hülsmann&Thieme ausführen wird, das ja ebenfalls an der Planung der Hochschule beteiligt waren.

Friedhelm Hülsmann hat ein Energiekonzept für das Heim. Foto: eve.

Die auch auf ausgeklügelte Energiesparhäuser spezialisierten Klever entwarfen ein Energiekonzept für das neue Gebäude, mit dem sie jetzt die Förderung als Klimaschutzsiedlung erreichten. Sie streben damit für das Studentenwohnheim der Hochschule-Rhein-Waal ein Pilotprojekt an.

Aber: Ein Studentenwohnheim als Siedlung? "Studentenwohnheime müssen heute so geplant werden, dass sie auch als Wohnungsbau für Nichtstudenten genutzt werden können", sagt Hülsmann. So hält das neue Heim am Kanal Wohngruppen vor, die im Bedarfsfall auch von Familien mit Kindern bewohnt werden können.

Energiekonzept

  • Die Chronologie der Hochschule Rhein-Waal

Das allein macht aber noch keine Klimaschutzsiedlung. "Wichtig ist das Energiekonzept. Die Häuser haben natürlich Passivhausstandard und dürfen nicht mehr als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr verbrauchen", erklärt Hülsmann. (Zum Vergleich: Ein normalgedämmtes Einfamilienhaus verbraucht rund 100 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter). Soweit die Theorie.

Dagegen steht oft die Praxis — gerade bei Studentenwohnheimen. "Die größte Unstete ist und bleibt der Bewohner. Und ein Student, der gerade von Zuhause ausgezogen ist, den Kasten Bier auf dem Balkon hat und seine Freiheit genießt, der interessiert sich erstmal nicht für besondere Energiekonzepte in seiner Bude", sagt Hülsmann.

Ein Blockheizkraftwerk für die Heiz- und Energieversorgung scheidet für ein Studentenheim zunächst einmal aus. "Während der langen Semesterferien steht das Haus in großen Teilen leer — dann wissen wir nicht wohin mit der Energie", sagt Hülsmann.

Also Photovoltaik aufs Dach. Für den Strom. Nachts kommt der Strom in der ersten Zeit aus der Steckdose. Mit Blick auf laufende Entwicklungen hat der Planer Räume eingeplant, die später "Energiepacks" aufnehmen können. Das sind Batterien, die den überschüssigen Strom für die Nacht speichern können.

(RP/jul)
Mehr von RP ONLINE