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Ensemble Prisma beschließt Reihenkonzerte der Stadt Kleve

Kultur in Kleve : Altmusikalische Jahreszeiten

Zum Abschluss der Reihenkonzerte der Stadt Kleve trat das Quartett Prisma auf.

Mit „Auroras Jahreszeiten“ beschlossen die Reihenkonzerte der Stadt Kleve in der Stadthalle das Jahr 2018. Zu Gast war Prisma mit Franciska Anna Hajdu (Violine), Elisabeth Champollion (Blockflöten), Alon Sariel (Laute) und Dávid Buda (Viola da Gamba), die sich als Ensemble ganz der Musik des 17. Jahrhunderts verschrieben haben.

Das Programm führte in Themenblöcken durch die Jahreszeiten von Notos (Sommer) über Euros (Herbst) und Boreas (Winter) zum Zefiro (Frühling). Und da es nicht so viel Literatur für diese Instrumental-Zusammenstellung gibt, woben Arrangements ein neues Gewand für die alte Musik. Rezitierte Gedichte wie Rilkes „Herbst“ oder Hebbels „Winterlandschaft“ bereiteten die Stimmung des jeweiligen Musik-Teils vor; auch die selbst arrangierten Préludes für jeweils ein Instrument solo galten als Einstieg in den Vogelgesang des Sommers (Violine), die Melancholie des Herbstes (Laute), die Dunkelheit des Winters (Gambe) und das aufstrebende Erwachen des Frühlings (Blockflöte).

Die Namen der Komponisten waren bis auf Tarquinio Merula und Giovanni P. de Palestrina eher unbekannt, eröffneten aber wunderbare Klangwelten der Epoche. Durch einen „Mückenschwarm“ auf der Geige begann das Konzert mit Marco Uccellinis „La Luciminia contenta“. Der Herbst erklang auf der Laute solo erst mit schön in Szene gesetztem Bedacht, bis in Merulas „La Cattarina“ vor allem auf der Blockflöte Sonnenstrahlen durchs musikalische Blätterwerk brachen. Bei der Tarantella, die den Herbst beschloss, ging ein Raunen durch die Menge, wie modern der Rhythmus auf den „alten“ Instrumenten präsentiert werden kann. Auf den Saiten der Gambe knirschte das Eis des Winters und virtuose Einbrüche darin spitzen sich im Pizzicato zu. Die Melodiebögen, wie in der wunderschönen „La Suave Melodica“ von Andrea Falconieri, wanderten durch die Instrumente und belegten das Zusammenspiel der Ensemble-Musiker.

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Neben dem hochvirtuosen Können der Künstler, die allesamt auch erfolgreich solo oder in anderen Formationen unterwegs sind, erreichte dieses Zusammenspiel die Konzertgäste besonders – auch die Strahlkraft der Instrumente beeindruckte sehr, vor allem der Flöte als einziges Instrument ohne Saiten, die sich aus dem Gesamtklang heraushob um dann wieder darin einzutauchen. Die gesammelte Strahlkraft passte hervorragend zum hoffnungsvollen Aufblühen im Frühling in Francesco Turinis Sonata „E tanto tempo hormai“, mit einem Augenzwinkern erklang Marco Uccellinis „Hochzeit von Henne und Hahn, bis die warmen Farben in einem Ringelreihn in der eigens arrangierten „Ciaccona“ das Programm beschlossen.

Die erstklassigen Interpreten, die in der alten Musik sichtlich „zu Hause“ sind, machten diese mit viel Freude sinnlich erfahrbar. Die musikalische Geschichte des Abends begeisterte die Zuhörer zu minutenlangem Applaus und Bravo-Rufen.