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Kleve:Staatsanwaltschaft prüft Beleidigungsvorwurf gegen Pfarrer

Heiliger Johannes der Täufer : Pfarrer: Staatsanwaltschaft prüft Vorwurf der Beleidigung

Die Staatsanwaltschaft Kleve bestätigt, dass eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Leiter der Pfarrei Heiliger Johannes der Täufer vorliegt. Pfarrer und Brügermeister loben die schnelle Kommunikation des Bistums.

Der Bischof von Münster, Felix Genn, hat einen 50 Jahre alten Priester aus Bedburg-Hau vom Dienst freigestellt (wir berichteten). Zusätzlich hat die Diözese – genauer gesagt Generalvikar Klaus Winterkamp – die Staatsanwaltschaft Kleve eingeschaltet und eine Strafanzeige gegen den Theologen erstattet. Dies bestätigte am Mittwoch Oberstaatsanwaltsanwalt Günter Neifer.

„Wir haben heute Morgen diese Strafanzeige vorgefunden“, sagte Neifer. Sie sei erstattet worden wegen des Vorwurfs der Beleidigung, so der Jurist. Derzeit werde geprüft, ob die Strafanzeige Anlass gibt, ein förmliches Ermittlungsverfahren einzuleiten. „Uns liegt bislang auch nur eine Strafanzeige vor. Es ist allerdings nicht ungewöhnlich, dass eine zweite erstattet wird“, sagte Neifer. Nach Informationen unserer Redaktion soll es sich bei der möglicherweise geschädigten Person um einen 19-Jährigen handeln.

Der vom Bischof als Pfarrverwalter eingesetzte Theo Kröll sagte: „Das Bistum ist lernfähig. Bei dem Fall, der Anfang des Jahres in Materborn bekannt wurde, sind Fehler gemacht.“ Doch bewertet der Pfarrer die jetzt ergriffenen Maßnahmen als richtig. „Die Entscheidungen sind sinnvoll und angebracht“, betonte Kröll. Ferner sagte er, dass die Angelegenheit in Materborn und der jetzt aktuelle Vorfall getrennte Sachverhalte sind. „Es handelt sich klar um verschiedene Fälle. Hier geht es in erster Linie darum, die Geschädigten zu schützen.“ Auch Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen sagte: „Die Kirche hat schnell, klar und konsequent reagiert“

Der freigestellte Priester galt als konservativ eingestellt. Bevor er aus Kevelaer nach Bedburg-Hau wechselte war er fünf Jahre als Pfarrer in einer Gemeinde in Ottmarsbocholt (Kreis Coesfeld) tätig. Er sei ein volksnaher Geistlicher, der wegen seiner konservativen Liturgie und seiner „klaren Kante“ polarisierte, aber damit auch viel Zustimmung und Sympathie erhalten hatte, so beschreiben die Westfälischen Nachrichten den 50-Jährigen.