Weeze: Tierquäler schießt mit Luftgewehr auf Katze

Polizei ermittelt in Weeze : Tierquäler schießt mit Luftgewehr auf Katze

Fast eine Woche wartete Tobias Litzenrath auf sein Haustier. Abgemagert und mit Schusswunde kam „Püppi“ nach Hause. Das Geschoss wurde herausoperiert. Der Besitzer stellte Anzeige bei der Polizei.

Er habe mit dem Schlimmsten gerechnet, sagt Katzenbesitzer Tobias Litzenrath. Als „Püppi“ auf dem OP-Tisch lag, blieben ihm aber die Worte im Hals stecken und „innerlich war nur noch purer Hass“. Seiner Katze musste ein Projektil entfernt werden. Auf die Katze war in Weeze geschossen worden.

Passiert ist das im Bereich Siegfried-Eulen-Straße. Dort lebt die Familie. Der Garten geht zur Alten Heerstraße raus. Verschwunden war die einjährige Maine-Coon-Katze vor zwei Wochen. „Sie ist Freigängerin, sie geht morgens raus und kommt abends normalerweise zurück“, beschreibt der Weezer die Gewohnheiten seines Vierbeiners. Am ersten Abend habe er noch das Küchenfenster offen gelassen und gehofft, dass die Katze an diesem Abend nur etwas später kommt. Die Hoffnung sank mit jedem Tag.

„Von Tag zu Tag wurde die Sorge immer größer“, sagt Litzenrath. Natürlich sei man auf die Suche gegangen. Aber alles blieb ohne Erfolg. Nach einer Woche kam „Püppi“ nach Hause, total abgemagert. „Sie wog nur noch 1,8 Kilo. Zum Vergleich: Unsere andere Hauskatze wiegt vier Kilo.“ Die erste Vermutung war, dass sich im Verdauungstrakt ein Fremdkörper festgesetzt hatte. Das Röntgenbild in der Tierklinik brachte dann die Wahrheit ans Licht: Ein Projektil steckte im Körper der Katze. Es konnte entfernt werden.

Für den Weezer ist die Geschichte aber nicht zu Ende. Er ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Für Ingo Schankweiler von der Polizeipressestelle Kleve ist das die richtige Entscheidung. „Auch Tiere stehen unter einem besonderen gesetzlichen Schutz“, sagt er. Zwar ist nach dem Strafgesetzbuch das Verletzen einer Katze oder sogar Töten „nur“ eine Sachbeschädigung. Allerdings greifen die besonderen Vorschriften des Tierschutzgesetzes.

Die Tatwaffe war dem Projektil nach zu urteilen vermutlich ein Luftgewehr. Foto: Guido Schulmann

Und schnell wird klar: Das Schießen auf Katzen ist kein Kavaliersdelikt. In § 17 Tierschutzgesetz steht: Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geld­buße wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt. Davon ist beim Schuss aus einem Luftgewehr auszugehen. Bei dem Projektil handelte es sich um ein Diabolo-Geschoss.

Die Polizei ermittelt und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Wir brauchen aufmerksame Beobachter“, sagt Schankweiler von der Polizei-Pressestelle. Das gelte auch für die Fälle wie aktuell in Geldern, wo Giftköder ausgelegt wurden. „Nicht hinnehmbar“ nennt der Polizeisprecher das Verhalten von Menschen, die Tieren Gewalt antun.

„Püppi“ geht es unterdessen schon besser. Sie habe, nachdem sie alles überstanden hatte, erst einmal zwei Schälchen gefressen, sagt ihr Besitzer. Vorsichtshalber habe sie Stubenarrest bekommen. Aber spätestens im Sommer wird es für die Freigängerin kein Halten mehr geben und sie wird wieder rausgehen. Es bleibt zu hoffen, dass der Täter bis dahin gefunden ist.

Die Polizei ermittelt außerdem in einem Fall, der sich bereits Anfang des Jahres in Alpen an der Sonsbecker Straße, Höhe Holländer Straße ereignet hat. Eine Katze wurde tot mit Spuren einer Schussverletzung gefunden. Da die Katze nicht gechippt ist, konnte kein Besitzer ermittelt werden. Das Tier hat weißes Fell mit schwarzen Flecken. Das geschätzte Alter liegt zwischen vier bis fünf Jahren. Anzeige wurde von einer Tierschutzvereinigung gestellt, die sich um die tote Katze kümmerte und auch die Tierarztkosten übernahm.

„Wir wollen den Fall aufklären, schon im Sinne aller Tierliebhaber“, sagt Andrea Margraf von der zuständigen Pressestelle der Kreispolizeibehörde Wesel. Hinweise zu diesem Fall nimmt die Polizei Kamp-Lintfort unter der Telefonnummer 02842 9340 entgegen.