Autos brennen in Weeze und Twisteden

Feuerwehreinsätze in Twisteden und Weeze : Drei Autos brennen in einer Nacht

In Twisteden, Weeze und Goch kam es zu Bränden. Bei einem ist klar: es war Brandstiftung. Nicht nur Autos, auch eine Mülltonne brannte, nicht die erste in diesem Jahr. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Bilanz einer Nacht: drei brennende Fahrzeuge, ein Mülltonnenbrand, alles in einem engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhang. Bei einem Auto und dem Mülltonnenbrand geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Laut Polizeibericht wurde gegen 0.45 Uhr am Samstagmorgen der Brand an einem BMW X 5 auf der Dorfstraße in Twisteden entdeckt. Der Löschzug Twisteden rückte mit 22 Leuten aus. Lang dauerte der Einsatz zum Glück nicht. Denn im Rahmen ihrer Streife hatte die Polizei die Rauchentwicklung am Fahrzeug bemerkt und gelöscht.

„Wir haben die Nachkontrollarbeiten gemacht und den Radkasten nachgelöscht“, sagt Markus Rademacher, Pressesprecher der Feuerwehr Kevelaer. Aufgrund der Spuren gehe man von Brandstiftung aus, so Kreis-Polizeipressesprecher Ingo Schankweiler.

Zeitgleich geriet auf der Kevelaerer Straße in Weeze ein silberner Mercedes in Brand, der in der Einfahrt eines Wohnhauses geparkt war. Der davor geparkte schwarze Mercedes fing ebenfalls Feuer. „Beide Fahrzeuge standen bei  unserem Eintreffen in Brand“, beschreibt Dominik Behet von der Feuerwehr Weeze die Lage. Die enorme Hitzeentwicklung hatte das Kunststoffvordach des Hauses schon deutlich verformt. „Unsere Aufgabe war es, eine Ausbreitung zu verhindern“, sagt Behet. „Die Autos waren aber nicht mehr zu retten.“ Bei den beiden Mercedes-Fahrzeugen in Weeze werde noch geprüft, ob es sich um einen technischen Defekt gehandelt haben könnte, so die Polizei.

„Es gibt immer wieder Nächte, in denen komischerweise mehrere Fahrzeuge brennen. Das kann Zufall sein, aber die Stellen zur gleichen Zeit, das ist schon viel Zufall“, sagt Markus Rademacher von der Feuerwehr Kevelaer.

Was auch noch ein merkwürdiger Zufall ist: Eine Woche zuvor, am 17. Januar, brannte es bereits zwei Mal an der Kevelaerer Straße in Weeze. Um 2 Uhr und um 3.18 Uhr am frühen Morgen des 17. Januars musste die Feuerwehr ausrücken. „Das ist schon ungewöhnlich“, sagt Dominik Behet von der Feuerwehr Weeze. Natürlich könne man einen Tatzusammenhang niemals ausschließen, sagt Ingo Schankweiler, Pressesprecher der Polizei Kleve. Die Ermittlungen laufen.

Übrigens hat es in der Brandnacht, als die drei Fahrzeuge in Flammen standen, nur wenige Kilometer entfernt einen Mülltonnenbrand auf der Bahnhofstraße in Goch gegeben. Dadurch wurde ein angrenzendes Holzgaragentor beschädigt. „Auch Mülltonnenbrände sind keine Kavaliersdelikte“, betont Schankweiler. Zunächst ist es „nur“ eine Sachbeschädigung. Das ändert sich aber, wenn das Feuer auf Gebäude oder auch Fahrzeuge übergreift. Das Inbrandsetzen eines Fahrzeugs ist außerdem ein Verbrechenstatbestand.

„Wer fremde Kraftfahrzeuge in Brand setzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft“, heißt es in § 306 Absatz 1 Nummer 4 Strafgesetzbuch. Bei der brennenden Mülltonne in Goch geht die Polizei von Brandstiftung aus. Der Mülltonnenbrand in Goch ging noch glimpflich aus, weil ein Anwohner einen Lichtschein wahrgenommen hatte, die Feuerwehr rief und den Brand mit einem Feuerlöcher löschte, fasst Schankweiler die Ereignisse zusammen. Laut Markus Rademacher von der Feuerwehr Kevelaer ist das auch die richtige Reihenfolge: erst die Feuerwehr rufen und nur, wenn man sich nicht selbst gefährdet, löschen. Dafür sei es ratsam, immer einen Feuerlöscher zu Hause zu haben. Der sollte im Sommer auch beim Grillen oder bei Abflämmarbeiten im Garten immer griffbereit sein. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die beiden Autos in Weeze waren nicht mehr zu retten. Foto: Feuerwehr Weeze

In Geldern brannte am Donnerstagabend zwischen 22.30 und 23.10 Uhr ebenfalls ein BMW. Die Polizei geht auch dabei von Brandstiftung aus. Die Ereignisse in Twisteden und Weeze erinnern an die Fahrzeugbrände, die in Duisburg vor wenigen Tagen gelegt wurden. Ob es sich dabei um die gleichen Täter handelt? „Den Bogen zu schlagen zu einer überörtlichen Bande halte ich für zu verfrüht“, sagt der Pressesprecher der Polizei Kleve.