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St. Martin mal anders in Kevelaer: Lichtshow am Rathaus

St. Martin mal anders in Kevelaer : Lichtshow statt Martinszug

Besondere Zeiten fördern offenbar die Kreativität. Das klassische Martinsfest muss in Corona-Zeiten auch in Kevelaer anders gefeiert werden.

In einer Stadt wie Kevelaer, die traditionell sehr kirchlich geprägt ist, ist es für viele besonders bedauerlich, dass das St. Martinsfest diesmal ein ganz anderes ist. Traditionell zieht am 10. November der große Martinszug durch die Innenstadt. Doch wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung abgesagt werden. Doch so ganz wollen die Kevelaerer auf das Fest nicht verzichten und setzen daher auf kreative Ideen als Alternative.

Das Rathaus selbst sollte dabei am Dienstagabend zu einer Art Mega-Martinslaterne werden. Das Team von Tourismus und Kultur hatte sich mit den Technikern aus dem Konzert- und Bühnenhaus etwas Besonders einfallen lassen. Durch das ganze Rathaus wurden Leitungen verlegt, in Büros zum Peter-Plümpe-Platz Lampen installiert. Der Testlauf am Montag funktionierte bereits hervorragend, am Dienstag sollten die Bürger überrascht werden, wenn das Verwaltungsgebäude plötzlich in Rot erstrahlt und die verschiedenen beleuchteten Fenster ein Muster auf die Außenwand zaubert.

St. Martin war in Kevelaer auch ohne Zug unterwegs. Foto: Pool

„Wir haben uns das zusammen mit den Veranstaltungstechnikern ausgedacht, die waren sofort begeistert dabei, denn die sind auch froh, wenn sie in diesen Zeiten mal wieder was auf die Beine stellen können“, berichtet Verena Rohde, Leiterin der Abteilung Tourismus und Kultur. Schließlich ist derzeit das Konzert- und Bühnenhaus geschlossen, Veranstaltungen finden nicht statt. Umso mehr freute es die Mitarbeiter, hier mal wieder einen Akzent setzen zu können. Auf dem Vordach waren zudem Lampen montiert, die sich drehten und Richtung Altes Rathaus strahlten. So wurde auch dieses Gebäude mit einbezogen: Auf der Mauer erschienen Formen aus Licht, die sich bewegten.

Lehrer der Gesamtschule Kevelaer übergaben Laternen an das Heim Regina Pacis. Foto: Feldmann

In Schulen und Kindergärten war St. Martin auch ohne großen Zug ein Thema. Viele Kinder bastelten Laternen, die am Abend dann auch in Geschäften in der Innenstadt zu sehen waren und dort für St.-Martins-Stimmung ohne Zug sorgten.

Auch an der Petrus-Canisius-Schule haben die Schüler Laternen gebastelt. Foto: Gemeinde/Gemeinde Weeze

Aus Reihen der Pädagogen der weiterführenden Schulen stammte zudem die Idee, Tischlaternen zu basteln und diese zu den Bewohnern der Alteneinrichtungen zu tragen. Damit wurde eine Brücke zwischen Alt und Jung geschlagen – ein Teilen der ganz besonderen Art. Ganz im Sinne von St. Martin. Kinder der Gesamtschule aus den fünften und sechsten Klassen beispielsweise hatten Laternen für Senioren angefertigt. Sie wurden an das Haus Regina Pacis übergeben.

Und ganz ohne St. Martin ging es dann doch nicht. Der „Heilige Mann“ besuchte hoch zu Ross die Antonius- und die Hubertus-Grundschule und teilte dort seinen Mantel. In St. Hubertus war das Martinsspiel in einen kurzen Wortgottesdienst mit Bastian Rütten eingebunden. St. Martin ritt anschließend noch in die City und über den Wochenmarkt.

Kleine zeitversetzte Laternenumzüge gab es in der Kita Marienkäfer. Die Eltern durften dabei auf Abstand zuschauen.  Musikalische Unterstützung gab es ganz coronagerecht von einer Kapelle aus einer Musikbox.

Auch in Weeze gab es keinen Martinszug, gleichwohl wurden in den Schulen und Kindergärten Laternen gebastelt. Der Verein „Wir für Wemb“ regt an, am Martinstag die Häuser zu schmücken und so den ganzen Ort zu illuminieren. So komme dann auch ohne Zug noch etwas Martins-Stimmung auf.