Kevelaer: Eine Stadtverwaltung macht sich fit

Gesundheitstag im Rathaus : Eine Stadtverwaltung macht sich fit

Wirbelsäulen-Screening, Herzalter-Check oder Faszientraining: Beim Gesundheitstag im Kevelaerer Rathaus erhielten die Mitarbeiter viele Möglichkeiten, ihren Körper analysieren zu lassen. Auch Bürgermeister Pichler war dabei.

Den Anfang machte der Chef höchstpersönlich: Kurz nachdem er den Gesundheitstag der Stadtverwaltung am Mittwochmorgen im Rathaus eröffnet hatte, stieg Bürgermeister Dominik Pichler auf das „Smoothie-Bike“ – und produzierte so auf dem speziell angefertigten Fahrrad, bei dem durch das Treten ein Mixer betätigt wird, durch kurzes Strampeln sein eigenes Frucht-Misch-Getränk. Auch zur Freude einer Mitarbeiterin, die durch Pichlers Anstrengungen ebenfalls mit einem Smoothie belohnt wurde. Anschließend unterzog sich der Verwaltungschef auch noch einem „Herzalter-Check“.

Es war bereits das dritte Mal, dass die Veranstaltung im Kevelaerer Rathaus stattfand. Organisiert wurde sie – nach 2013 – von Mitarbeiter Michael Simons in Kooperation mit der Barmer. Die Idee dahinter: „Alle Verwaltungs-Beschäftigten sollten einen Tag lang die Möglichkeit erhalten, während der Arbeitszeit verschiedendste gesundheitliche Messungen sowie kleinere Trainingseinheiten durchführen zu können“, sagt Simons. Die Kosten für die Durchführung des Gesundheitstages hielten sich mit circa 1500 Euro für die Stadtverwaltung der Marienstadt im Rahmen. Denn 90 Prozent der Kosten übernahm die Barmer beziehungsweise deren Kooperationspartner.

Das „Smoothie-Bike“ war eines der acht Aktionen, die sich die Organisatoren in langer Vorbereitung überlegt hatten. Bei den Verwaltungsmitarbeitern kamen die Angebote bestens an. „160 Termine haben wir insgesamt anbieten können“, sagt Simons. „Bei der Belegung haben wir fast eine 100-Prozent-Quote erreicht“, sagt Simons.

Beim „Herzalter-Check“ wurde anhand verschiedener Risikofaktoren das Herzalter der Mitarbeiter berechnet. Dazu zählen zum Beispiel der Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin. Wer sich für die „Medimouse“ angemeldet hatte, erhielt ein Wirbelsäulen-Screening. Dabei wurde durch ein schnelles und einfaches Testverfahren die Krümmung der Wirbelsäule gemessen, um mögliche Normabweichungen feststellen zu können. „Unser Konzept, das wir uns überlegt haben, sah vier Themen vor, die wir durch die Angebote abdecken wollten: Ernährung, Herz-Check, Stressabbau, Rückenanalyse beziehungsweise richtige Haltung am Arbeitsplatz“, sagt Simons.

Wer etwas über seine Atemtechnik erfahren wollte, war beim „Balance-Check“ richtig. Eine einminütige sogenannte „HRV-Messung“ gab Aufschluss über den derzeitigen Zustand der inneren Regulations- und Regenerationsfähigkeit. „Bei diesem Verfahren wird die Schwankung der Herzfrequenz während der Atembewegung gemessen“, sagt Alexandra Fritsch, die bei der Barmer in der Abteilung „betriebliches Gesundheitsmanagement arbeitet und den „Balance-Check“ durchführte. Die Regulationsfähigkeit sei notwendig, damit ein Mensch sowohl körperlich als auch seelisch angemessen regenerieren kann, sagt Fritsch.

Die Möglichkeit, etwas über die eigene Körperzusammensetzung zu erfahren, bestand durch eine „BIA-Messung“ (Bioelektrische Impedanzanalayse). Bei diesem Verfahren werden Körperwiderstände gemessen, um den Anteil an Muskelmasse, Körperfett und Wasser im Körper zu bestimmen. Auch ein Impfbuch-Check durch den Betriebsarzt wurde angeboten. Zudem hatten die Mitarbeiter die Möglichkeit, ein Faszientraining sowie eine „Rumpf Extension“ durchzuführen, bei der die Muskulatur im Verhältnis von Bauch und Rücken überprüft wurde.

Dominik Pichlers „Herzalter-Check“ führte übrigens zu dem Ergebnis, dass alle Werte wie Blutzucker oder Cholesterin im grünen Bereich sind. „Entgegen meiner Prognose haben mich die Blutwerte jünger gemacht“, sagte der Bürgermeister anschließend ironisch.

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