Konkrete Ideen für die Umgestaltung Kapellenplatz in Kevelaer

Kevelaerer Stadtentwicklung : Am Kapellenplatz wird nicht gespart

Für knapp drei Millionen Euro sollen Kapellen- und Johannes-Stalenus-Platz erneuert werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung bringt das Vorhaben auf den Weg. Das Pflaster sollen bleiben, ein barrierefreier Weg kommen.

Die Kevelaerer CDU, SPD und Grünen stimmten unisono für die teuerste „Variante C“ zur Umgestaltung des Kapellen- und Johannes-Stalenus-Platzes inklusive einer Erneuerung der Eisdielenfläche sowie der ersten Teilflächen der Amsterdamer und Maasstraße. Lediglich der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Wilhelm Gerats, war gegen die Umsetzung in der am Dienstagabend beschlossenen Form im Kevelaerer Ausschuss für Stadtentwicklung. Knapp drei Millionen Euro sollen die Bauvorhaben kosten.

Diplom-Ingenieurin Stephanie Janning vom IPW-Büro präsentierte dem Kevelaerer Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung mit Hilfe am Computer erstellter Bilder, wie die miteinander verbundenen Plätze zukünftig aussehen könnten.

Da der Platz unter Denkmalschutz steht, sollen die Plätze ihren Grundcharakter auch in Zukunft beibehalten. „Das Pflaster, das jetzt liegt, wird wiederverwendet“, erklärte Janning.

Auf dem Johannes-Stalenus-Platz soll durch das Anpflanzen weiterer „schmalkroniger Bäume mit Wurzelwerkgitter“, so die Diplom-Iingenieurin, der Luftzug auf dem Platz gebremst werden. Die Zierkirschen und bestehenden Bäume sollen weitestgehend erhalten bleiben.

Der Parkplatz vor der Basilika soll zukünftig, ebenso wie das Toilettenhäuschen, barrierefrei erreichbar sein. Sitzplätze für Familien sowie Spielgeräte, wie im Boden eingelassene Hüpfspiele, könnten im Rahmen der Umstrukturierung des Johannes-Stalenus-Platzes Neuerungen darstellen, hieß es.

Ein wesentlicher Punkt, warum Arbeiten an den Plätzen rund um die Basilika stattfinden sollen, sind insbesondere die gegenwärtigen Entwässerungssysteme für Bäume. Die Oberflächenentwässerung soll im Rahmen der Bauvorhaben optimiert werden, sodass das Drei-Millionen-Projekt für die Plätze um die Basilika als langlebige Sache erachtet werden kann, meint der Kevelaerer Stadtplaner Franz Heckens.

Ein barrierefreier Weg, der sich durch hellere Sandsteine dezent von den umliegenden im Boden eingefassten Sandsteinen unterscheidet, soll den für Rollatoren und Rollstuhlfahrer gut passierbaren Weg visuell für Passanten sichtbar machen. Der zwei Meter breite Weg könnte um das Toilettenhaus am Basilikaparkplatz führen und von dort in Richtung Steakhaus am Johannes-Stalenus-Platz ausgerichtet werden. Von dort könnte er laut Entwurfsplan an der Basilika vorbei (mit Abzweigungen zum barrierefreien Eingang der Kirche), die Leute hin zum Kapellenplatz lotsen.

Gerarts von der Kevelaerer FDP sieht das Vorhaben mit einem Weg, der sich optisch abhebt, skeptisch: „Der Platz steht unter Denkmalschutz und ist deshalb so in seiner Form zu erhalten.“ Ein Gutachten habe darüber hinaus ergeben, dass der Platz auch mit punktuellen Erneuerungen barrierefrei zu gestalten sei. Die meisten Unebenheiten würden nämlich auf Wurzelwerk zurückzuführen sein, das den Boden anhebt, zitierte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende das Gutachten. Frau Janning widersprach ihm: „Das neue Pflaster ist deutlich besser begehbar als das alte und hat eine ganz andere Oberfläche.“

Auch soll die optische Abhebung derart gering sein, dass keine Angst vor einem neuen Platzcharakter da sein muss, hieß es. Eigentlich sieht die DIN-Norm für barrierefreie Wege, markante, weiße Streifen vor.

Im Falle des Johannes-Stalenus- und Kapellenplatzes sei jedoch eine denkmalgerechte Abstimmung für die Umgestaltung möglich, sagte Heckens von der Stadtplanung Kevelaer.

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