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Nachwuchstalent aus Kevelaer: Hornbergs kocht im Sterne-Restaurant

Nachwuchstalent aus Kevelaer : Hornbergs kocht im Sterne-Restaurant

Die ersten Schritte absolvierte der 22-Jährige im „Alt Derp“. Vater „Kalli“ nahm ihn auch beruflich unter seine Fittiche. Nach der Lehre im Haus Stemberg geht es für den jungen Kevelaerer im österreichischen Landhaus Bacher weiter.

Seine Kochlehre schloss er jetzt vor dem Prüfungsausschuss der IHK Düsseldorf ab. Und weil die Kammer in ihren Unterlagen schon viele Jahre zurückblättern muss, um auf ein ähnlich glänzendes Prüfungsergebnis zu stoßen, kann es kaum überraschen: Kevin Hornbergs (22) wird in diesen Tagen bereits an der Seite der renommierten TV-Köchin Lisl Wagner-Bacher im österreichischen Landhaus Bacher (zwei Michelin-Sterne) die Kochlöffel schwingen. Aber die ersten Schritte auf dem Weg zum Spitzenkoch absolvierte der junge Mann im Restaurant „Alt Derp“, wo ihn zunächst sein Vater, Kalli Hornbergs, unter die Fittiche nahm.

Nach dem Abitur auf der Gaesdonck gingen dem jungen Mann verschiedene Studiengänge durch den Kopf, „aber letztlich entschied ich mich doch für die Gastronomie“, so Hornbergs. Nachdem er schon als 14-Jähriger im elterlichen „Alt Derp“ unter anderem für die einkehrenden Pilger die Kaffeemaschine bedient hatte, hatte er schon als Schüler eine realitätsnahe Vorstellung von dieser Branche.

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Mit dem Abitur in der Tasche schnupperte er dann bei einem Praktikum im Schloss Bensberg unter dem drei-Sterne-Koch Joachim Wissler erstmals in die wunderbare Welt der Spitzenköche. „Das waren tolle Erfahrungen, aber für meine Kochlehre suchte ich dann doch lieber einen Familienbetrieb wie zuhause, wo ich mir auch die Basics dieser Zunft gerade mit Blick auf die gutbürgerliche Küche erarbeiten konnte.“ Genau das fand Hornbergs schließlich im Haus Stemberg in Velbert, wo gerade die Kombination aus heimatverbunden Gerichten und moderner Küche à la Sascha und Walter Stemberg deren Spitzenrestaurant zu einer der beliebtesten kulinarischen Adressen in der Region macht. Seit 2013 wird ihre Küche durchgehend mit dem Michelin-Stern gewürdigt.

In diesem renommierten Ausbildungsbetrieb schuf der Kevelaerer im Rahmen seiner zweieinhalbjährigen Kochlehre die Voraussetzungen für die vor kurzem absolvierten Abschlussprüfungen. Sein Ausbilder, Sascha Stemberg, war im RP-Gespräch voll des Lobes: „Kevin ist ein ehrgeiziger junger Mann, der sich loyal und interessiert in allen Küchenbereichen unseres Hauses engagiert hat – der wird mit Sicherheit seinen Weg als Spitzenkoch machen.“ Das bestätigte sich jetzt bei den Prüfungen durch die IHK, in Praxis und Theorie gab es höchstmögliche Punktzahlen.

Und weil auch der Seniorchef, Walter Stemberg, richtig stolz auf seinen besten Lehrling seit vielen Jahren ist, ließ er gerne seine Beziehungen spielen, um für Hornbergs gleich den perfekten Start in sein Berufsleben als Koch zu organisieren. So geht es für ihn nach dem Abschied von seinem Ausbildungsbetrieb in diesen Tagen gleich weiter ins Landhaus Bacher, das zu den besten Restaurants Österreichs gerechnet wird.

Dort schaltet und waltet Lisl Wagner-Bacher als Chefin, die wohl allen Österreichern nicht zuletzt als beliebte TV-Köchin bekannt ist. Nach zwei Michelin Sternen, fünf Sternen und 98 Punkten im A la Carte, drei Hauben und 18 Punkten im Gault Millau gilt sie heute als unbestrittene Grande Dame der österreichischen Küche. „Und trotz der vielen Auszeichnungen führen meine neue Chefin und ihr Schwiegersohn Thomas Dorfer das Landhaus Bacher als soliden Familienbetrieb“, Hornbergs weiter, „genau das habe ich gesucht“.

Klar ist für den jungen Kevelaerer aber auch, dass er später noch in weitere Restaurantküchen der Spitzenklasse hineinschnuppern will. „Der Beruf an sich macht mir schon Spaß, und wenn ich beim Sammeln von Berufserfahrung in der Welt herumkommen kann, soll mir das nur recht sein.“ Klar ist für ihn und seine Eltern, Michaela und Kalli Hornbergs, aber auch, dass Kevin sie irgendwann einmal in der Führung des „Alt Derp“ in Kevelaer ablösen wird. Der auf den beruflichen Werdegang seines Sohnes zu Recht stolze Vater: „Das ist eine Perspektive, die uns mit Gelassenheit in die Zukunft schauen lässt.“