Andrea Much und Bettina Hachmann im Kunstsalon auf Schloss Wissen.

Auf Schloss Wissen : Kreative Begegnung im Kunstsalon

Andrea Much und Bettina Hachmann schenken Einblick in ihr Kunsthandwerk. Musik aus Renaissance.

Einer der wohl berühmtesten Künstler, Pablo Picasso, sagte einst: „Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit besteht darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“ Die Malerin Andrea Much lässt sich genau von diesem Leitspruch und dem Künstlerdasein junger Menschen inspirieren. Blumen- und Autozeichnungen, die man von gemalten Bildern aus dem Kindergarten kennt, arbeitet die Diplom-Kunsttherapeutin bewusst in ihre Malereien ein. Die 48-jährige Kamp-Lintforterin ist von der Unbefangenheit in der frühen Kindheit begeistert. „Kinder differenzieren im jungen Alter bei ihrer Malerei nicht zwischen richtig und falsch“, erklärt Much. Erste Zeichnungen von Häusern seien oftmals rund, ähnlich wie eine Höhle, erzählt sie. Im zunehmenden Alter ginge diese Freiheit im Denken beim Malen der Kinder und Heranwachsenden verloren. Ganz zum Bedauern der künstlerischen Ader, die in jedem Menschen von Natur aus steckt. Je kleiner, desto direkter würden Kinder aus dem Bauch heraus malen. Mit wie wenigen Strichen sich Kinder ausdrücken können, löst in Much eine Faszination aus.

Bettina Hachmann, Inhaberin des Weezer Ateliers, lud die Malerin Much zu sich ein, um gemeinsam Kunstwerke im Kunstsalon auszustellen. Auch wenn die beiden Künstlerinnen durch einen grundlegend zu unterscheidenden Malstil auffallen, scheinen die Werke im Kunstsalon miteinander zu harmonieren: „Unsere Werke ergänzen sich hervorragend“, freute sich Bettina Hachmann. In der Tat weisen die Kunstwerke der Gastgeberin eine besondere Charakteristik auf. Im Farbspektrum unterschiedlicher Grautöne hält sich die international bekannte Künstlerin Hachmann auf, während die gastierende Diplom-Kunsttherapeutin Much gerne mit bunten Farben und kindlichen Darstellungen arbeitet.

45 kunstinteressierte Gäste suchten am Freitagabend den Kunstsalon im Weezer Schloss Wissen auf, um einer Kollaboration aus Malerei und Musik zu begegnen.

Mit Stücken aus der Zeit der Renaissance unterhielten der Duisburger Gitarrist Thorsten Töpp sowie die Mezzosopranistin und Flötistin Marie Stachelhaus die Besucher. Unter anderem spielte das Duo zahlreiche Stücke vom Londoner Komponisten John Dowland vor. Töpp ist auch als Komponist für unterschiedliche Interpreten und Jugendensembles tätig. Er hat ein Stück des Abendprogramms – den Song „Semper Dowland, semper dolens“ – sogar eigenständig für die Instrumente der Sopranblöckflöte und Konzertgitarre umgeschrieben. Wer am vergangenen Wochenende keine Zeit hatte, dem Kunstsalon einen Besuch abzustatten, der kann die Werke Muchs noch am Freitag, 5. April, zwischen 14 und 19 Uhr sowie am Samstag, 6. April, zwischen 10 und 18 Uhr im Atelier des Wasserschlosses begutachten.

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