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Kreis Viersen: Polizei: Zahl der Einbrüche bleibt hoch

Kreis Viersen : Polizei: Zahl der Einbrüche bleibt hoch

Rund 16.500 Straftaten zählte die Polizei im Kreis Viersen im Jahr 2013. Landrat Peter Ottmann und Polizeichef Josef Twickler sprachen von "historischem Tiefstand". Nur die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt leicht.

Wer im Kreis Viersen lebt, läuft seltener Gefahr, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen als andere Menschen in NRW. 5500 Straftaten auf 100.000 Einwohner zählte die Polizei im Kreis Viersen im vergangenen Jahr. Landesweit lag die Zahl deutlich höher: Dort kamen 8320 Straftaten auf 100.000 Einwohner. "Die Bürger im Kreis Viersen leben sicher, und das macht auch ein Stück Lebensqualität aus", schlossen Landrat Peter Ottmann und Polizeichef Josef Twickler aus den aktuellen Zahlen zur Kriminalitätsstatistik 2013.

Mit 16.459 Straftaten liegt die Kriminalitätsentwicklung des vergangenen Jahres um 18 Prozent unter der Vorjahreszahl. "Es ist das beste Ergebnis seit 24 Jahren", sagte Wilhelm Schwerdtfeger, Leiter der Direktion Kriminalität.

Etwas getrübt wird die Freude über den "historischen Tiefstand" durch die leicht gesunkene Aufklärungsquote. Sie lag im Jahr 2012 bei 54 Prozent und 2013 bei 50 Prozent. Als Erklärung führte der Leiter der Kripo an: "Gesunken ist die Zahl der Delikte in den Bereichen Rauschgift, Leistungserschleichung, sprich Schwarzfahren, und Ladendiebstahl. Das sind aber genau jene Straftaten, die eine fast hundertprozentige Aufklärungsquote haben."

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Mit dem Rückgang der Straftaten sank auch die Zahl der Tatverdächtigen auf 6580. "Der Anteil der Mädchen und Frauen steigt stetig — auch im Bereich der Gewaltdelikte", ergänzte der Kripo-Leiter.

Jugendkriminalität Leicht gesunken ist die Zahl der jungen Straftäter. Immerhin sind junge Menschen unter 21 Jahren mit 25 Prozent aller Tatverdächtigen überproportional vertreten. Die Kreispolizei führt den Rückgang auf ihren Schwerpunkt "Junge Intensivtäter" zurück, mit dem sie versucht, "kriminelle Karrieren" von vornherein zu unterbinden und "Rädelsführer" anzugehen.

In allen Deliktbereichen — Gewalt, Diebstahl, Sachbeschädigung und Sexualdelikte — sank die Beteiligung junger Täter. Schwerpunkt bei den Sexualstraftaten liege beim sexuellen Missbrauch von Kindern. Er komme über Kontakte im Internet und sozialen Netzwerken wie Facebook zustande.

Wohnungseinbrüche Das unerfreulichste Thema der Statistik 2013 waren die Wohnungseinbrüche. Trotz der Aktion "Herbstlaub", bei der die Polizei mit verstärktem Personaleinsatz im Herbst und Winter gegen Einbrecher vorging, wurden 782 Fälle registriert, im Vorjahr waren es 756. Zu den Tatverdächtigen sagte Schwerdtfeger: "Zur Hälfte sind es örtliche Gruppen, zur Hälfte sind es überregionale Banden." Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche tagsüber stieg von 328 im Jahr 2012 auf 381 in 2013. Im Januar dieses Jahres konnte die Polizei einen Erfolg verbuchen, als sie nach dem Hinweis einer Bürgerin eine Tätergruppe festsetzen konnte. Seitdem ist die Zahl der Einbrüche um fast ein Drittel gesunken, so Schwerdtfeger.

Raub Die Zahl der Raubdelikte ist 2013 leicht gestiegen. "Das ist vermutlich auf das sogenannte ,Abziehen' unter Jugendlichen zurückzuführen", sagte der Leiter der Kripo. Gut die Hälfte der Straftaten spielte sich auf der Straße ab.

Rauschgiftdelikte Kein anderer Kreis und keine andere Stadt hatte im Laufe der Jahre mit so hoher Rauschgiftkriminalität zu kämpfen wie der Kreis Viersen. Die "grüne Grenze" führte einfach zu zahlreichen Cannabis-Schmuggelfällen. 2013 näherte sich der Kreis Viersen nun erstmals dem Landesdurchschnitt an. Die Zahl der Rauschgiftdelikte sank um 1300 Fälle. "Das ist auf die veränderte Drogenpolitik der Niederlande zurückzuführen. Der Drogenpfad ist inzwischen verwaist."

(RP)