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Konzert mit Natascha Lenhartz und Lucius Rühl in Hoerstgen

Konzert im Gemeindezentrum Hoerstgen : Durch und durch romantisch

Geigerin Natascha Lenhartz und Pianist Lucius Rühl luden zum Konzert im Gemeindezentrum. Das Fazit des Publikums: Ein gelungener Neustart nach einer langen Kulturpause.

() Nach einer langen Kulturpause konnte die Freie Evangelische Gemeinde Hoerstgen endlich wieder zu einem Konzert im Gemeindezentrum einladen. „Wir sind total froh“, erklärte Matthias Sumann in seiner Begrüßungsansprache, „dass Kultur wieder möglich ist und wir uns zusammenfinden können, um schöne Musik zu erleben.“

Trotz günstiger Rahmenbedingungen dank Lüftung im Saal, CO2-Ampel und Abstandswahrung und trotz eines sehr schönen Konzertprogramms waren leider nur wenige Besucher der Einladung gefolgt. Unter dem Titel „Seelenverbunden“ hatten die Geigerin Natascha Lenhartz und der Pianist Lucius Rühl, die beide unter anderem an der Folkwang-Hochschule in Essen ausgebildet wurden, Werke von Amanda Maier, Clara Schumann und Johannes Brahms vereint. Drei Komponisten, die sich „mit romantischer Seele musikalisch verbunden und auch im Leben nah“ waren.

Den Höhepunkt im Programm bildete Brahms’ Violinsonate Nr. 1, doch für manchen gab es den heimlichen Höhepunkt schon zum Auftakt mit Amanda Maiers Violinsonate h-Moll. Die 1853 geborene schwedische Geigerin und Komponistin, die eng mit Edvard Grieg, Johannes Brahms, Anton Rubinstein, Joseph Joachim und anderen Größen ihrer Zeit befreundet war, galt zu Lebzeiten als herausragendes Talent, ihre Werke wurden gedruckt und positiv rezensiert. Doch nach ihrem frühen Tod geriet sie in Vergessenheit, und erst seit einigen Jahren erscheinen ihre Kompositionen wieder in Konzertprogrammen.

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Die 1873 in Leipzig entstandene Violinsonate h-Moll ist ein noch jugendliches Werk mit einem leidenschaftlich-drängenden Kopfsatz, einem sehnsuchtsvollen, gesanglichen Andantino und einem Allegro molto vivace voller Leidenschaft, Dramatik und Spannung. Ein bisschen fühlte man sich an Grieg erinnert, manchmal auch an Sibelius, aber dennoch gelang es Natascha Lenhartz und Lucius Rühl, die ganz eigene Tonsprache der Komponistin, ihren feinen Sinn für spannungsreiche Harmonien und melodische Linien effektvoll darzustellen. Ein starker Vortrag, der die Zuhörer sichtlich beeindruckte.

Mit den ersten beiden der Drei Romanzen op. 22, die 1853 als musikalischer Gruß Clara Schumanns an den Geiger Joseph Joachim entstanden, leiteten die beiden Künstler anmutig und „mit zartem Vortrag“ über zum großen Finale: Brahms’ Violinsonate op. 78, einer innigen und höchst gefühlvollen Seelenmusik, der die eher zurückhaltende Interpretation nicht immer gerecht wurde. Von Brahms war auch die Zugabe, mit der sich das Duo für den herzlichen Applaus bedankte – Nr. 6 aus den Jungen Liedern op. 63, mit einem Liedtext von Felix Schumann: „Wenn um den Holunder der Abendwind kost ...“. Die innige und sehr gefühlvolle Interpretation war ein glücklich gewählter Abschluss für ein durch und durch romantisches Konzert. Das einstimmige Fazit des Publikums: „Ein sehr schöner Abend, endlich mal wieder!“