Kamp-Lintforter Kinder können Kunst.

Kunst in Kamp-Lintfort : Kamp-Lintforter Kinder können Kunst

30 Kindergartenkinder malten mit Andrea Much. Die Arbeiten sind im Hof der Galerie Schürmann ausgestellt.

Mit vereinten Kräften haben sie am Freitag 30 große, bunt gestaltete Hartschalenplatten an die Wandflächen des Hofes hinter der Galerie Schürmann, Moerser Straße 252, angebracht. Dübel, Schrauben und Bohrmaschinen leisteten ganze Arbeit, um die künstlerischen Arbeiten der Kinder professionell zu präsentieren. Zu sehen sind ganz unterschiedliche Motive auf den Forex-Platten, „da wir nach keinen vorgegebenen Themen malen“, sagt dazu die Kunsttherapeutin und Malerin Andrea Much. Sie arbeitete mit 30 drei- bis sechsjährigen Kindern des Familienzentrums Wirbelwind frei, so dass die kindlichen Fantasien ihren Weg fanden. Die Kinder machten dem Namen ihrer Kita alle Ehre. „Die kriegen das hin“, sagt sie nach all den Erfahrungen. Bereits zum zweiten Mal fand ein solches Projekt statt. „Im letzten Jahr haben wir unter dem Motto ‚Kind of Art‘ mit den Kindern und Künstlern zusammen gearbeitet. Auch ein sehr spannendes Projekt“, so Andreas Verfürth, Inhaber der Galerie Schürmann und zusammen mit Andrea Much der Motor des aktuellen Kunstprojektes.

„Wir sind immer wieder über das kreative Potential und die Energie erstaunt“, sagt Verfürth. Luma (6) hat einen Schmetterling gemalt. Joline (4) hingegen hat auf ihrem Bild eine Sonne Pferdehufe gemalt. „Da sind Pferde lang gelaufen“, so ihre Interpretation. Der Übergang von einfacher Flächengestaltung mit Acrylfarben und Pinsel zur gegenständlichen Malerei ist deutlich. Zu entdecken gibt es bei den Arbeiten weitere Motive wie eine Katzenfamilie, eine Strandszene mit Eiswagen, ein Schloss mit Prinzessin samt Einhorn, wie auch ein Fußballfeld. Max, Max und Felix haben zu dritt gearbeitet und sich dabei als Fans des MSV Duisburg und des Dortmunder BVB geoutet und vermitteln Leidenschaft pur. Immer donnerstags wurde zusammen mit Maskottchen Max Malbär gearbeitet. Üppig war das Angebot an Farben, das zur sofortigen Aktion einlud.

„Die Kinder gehen lustvoll, unbekümmert und mutig mit den Farben um, anders als wir Erwachsene, die vorher genau planen und eigentlich die Spontaneität verloren haben“, sagt Andrea Much. „Ich habe mir von den Kindern viel angenommen. Ihre Haltung hat auch meine Arbeit beeinflusst“, lacht die Kunsttherapeutin. Für sie ist die pädagogische Arbeit mit Farben wichtig und schafft Wege zu den Kindern. „Sie lernen sich über Farben auszudrücken und werden im Verlauf ihrer Arbeit immer selbstbewusster“, sagt sie. Für Einrichtungsleiterin Alexandra Krause ist die Arbeit gelungen und schlägt sich auch im Kindergartenalltag nieder. Dass diese kleinen Kunstwerke im öffentlichen Raum gezeigt werden, hat mit Wertschätzung zu tun. Andrea Much: „Wir müssen Kinder ernst nehmen. Die Ausstellung innerhalb der Galerie Schürmann gefällt ihnen. Sie wissen, welche Arbeiten sonst ausgestellt werden.“

Auch Eltern erleben ihre Kinder in dieser Situation aus einer ganz anderen Perspektive.„Die Kinder sind sehr stolz auf die professionelle Ausstellung, die von anderen nun besucht werden kann“, ergänzt Alexandra Krause. Für Andreas Verfürth ist schon jetzt klar, dass es auch im nächsten Jahr eine Wiederholung geben wird.

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