Grünes Klassenzimmer öffnet auf der Laga in Kamp-Lintfort.

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort : Grünes Klassenzimmer öffnet auf der Laga

Die Landesgartenschau wird ein außerschulischer Lernort. Die NRW-Stiftung Umwelt und Entwicklung fördert das Vorhaben mit 195.000 Euro.

Insekten genau unter die Lupe nehmen, den Lebensraum Bach direkt an der Goorley erforschen und mit den Imkern das fleißige Bienenvolk auf dem Kamper Berg beobachten: Im Grünen Klassenzimmer auf der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort geht es zum Experimentieren und Entdecken raus in die Natur. Möglich wird der außerschulische Lernort durch die Förderung der NRW-Stiftung Umwelt und Entwicklung. Das Gremium unterstützt das Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 196.000 Euro. „Das Votum ist einstimmig gefallen“, betont Marie-Luise Fasse, Mitglied im Stiftungsrat. Das Grüne Klassenzimmer bringe Kindern und Jugendlichen Themen aus Umwelt- und Naturschutz nahe und vermittele wichtiges Wissen. „Wenn wir früh anfangen, Kinder für die Natur zu begeistern, werden sie später anders denken und handeln“, erläuterte Fasse das Engagement der Stiftung. Sie ist auch Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Wald.

„Die Landesgartenschau ist ein Türöffner für die Schulen. Sie wird Lehrer für das Thema als Unterrichtsstoff begeistern.“ Seit Mai hat das Grüne Klassenzimmer eine Projektkoordinatorin: Irina Osthoff plant das umfangreiche Angebot an Kursen und sucht Projektpartner. Mit dabei sind unter anderem bereits Lineg, Kreis Weseler Abfallgesellschaft (KWA) sowie die Stadtwerke in Kamp-Lintfort, aber auch die Imker, das erlebnispädagogische Zentrum „Kalisto“, der Nabu und das Eine-Welt-Netz. Osthoff hat Mathematik, Naturwissenschaft, Technik und Erziehungswissenschaft studiert und freut sich über die Aufgabe. „Als ich davon gehört habe, war klar, dass ich dabei sein möchte.“ Auf der Landesgartenschau sollen etwa 60 verschiedene Kurse angeboten werden, dreimal am Tag: um 9.30 Uhr, 11.30 Uhr und 13.30 Uhr. Bis zum Ende der Sommerferien soll eine Broschüre mit allen Angeboten fertig gestellt sein. Es geht natürlich um die Umweltbildung. In den Kursen werden ökologische, soziale und globale Aspekte behandelt, aber auch Bereiche wie zum Beispiel die Ernährungssicherheit und die Abfallentsorgung sowie Recycling. Die Kurse sollen interaktiv angelegt sein, so dass Lernen durch eigene Erfahrung möglich und bei den Kindern der Forscherdrang geweckt wird. „Das Grüne Klassenzimmer ist der Höhepunkt aller Gartenschauen. Seine Zielgruppe ist ab der Kita aufwärts“, sagte Bürgermeister Christoph Landscheidt, der sich über das Engagement der NRW-Stiftung freute. „Es ist beeindruckend: In Kamp-Lintfort sind alle Kitas und Schulen gespannt darauf, den Unterricht im nächsten Jahr nach draußen zu verlegen.“ Er verwies auch auf das GreenFablab der Hochschule Rhein-Waal, das ebenfalls zur Gartenschau eröffnet und zum Thema Natur forschen wird. „Das gab es an den anderen Gartenschau-Standorten nicht.“ Grüne Klassenzimmer gibt es auf Landesgartenschauen schon seit 1984, berichtete Heinrich Sperling, Geschäftsführer der Laga-GmbH. Der Auftrag der NRW-Stiftung, die 2001 gegründet wurde, liegt in der Förderung bürgerschaftlichen Engagements für eine nachhaltige Entwicklung, um so zur Umsetzung der Agenda 2030 beizutragen. Im Grünen Klassenzimmer finden sich 17 Ziele der Agenda in den verschiedenen Kursen wieder.

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