In Kamp-Lintfort sollen Färbergärten entstehen.

Soziales in Kamp-Lintfort : Kamp-Lintfort wird Teil des Unesco-Projekts „Sevengardens“

Kitas, Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit in Kamp-Lintfort wollen Teil des Unesco-Projektes „Sevengardens“ werden. So sollen 2019 Färbergärten entstehen.

Der Arbeitskreis Kulturelle Bildung in Kamp-Lintfort hatte Peter Reichenbach zum Informationsaustausch in die Europaschule eingeladen. Der Essener Künstler und Initiator des Färbergarten-Netzwerkes sprach über das von den Vereinten Nationen ausgezeichnete Bildungsprojekt „Sevengardens“. Mit Idee der Färbergärten hat er ein weltweit agierendes Netzwerk ins Leben gerufen, das sozial, nachhaltig und weltweit verbindend aktiv ist.

Peter Reichenbach vermittelte seine Idee so überzeugend, dass Mediatheksleiterin Katharina Gebauer, Insa Stürmer (Jugendförderung des Amtes für Schule, Jugend und Sport) sowie Petra Niemöller vom Kulturbüro zufrieden feststellten: „Unser Ziel ist erreicht. Noch mehr Menschen in Kamp-Lintfort sind von der Färbergarten-Idee begeistert und wollen Teil des Netzwerkes Sevengardens werden.“ Es gibt bereits erste Ideen, an welchen Stellen in Kamp-Lintfort solche Färbergärten entstehen könnten. Es sollen auch Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen und ansässige Künstler profitieren. Auch entwickelten sich im Gespräch untereinander viele Ideen, welche Projekte bis zur Landesgartenschau 2020 mit Peter Reichenbach umgesetzt werden könnten. Noch im Verlauf der Veranstaltung haben sich Interessierte für eine Dialogerausbildung gemeldet. Diese Ausbildung soll im kommenden Jahre starten und erfolgt durch den Künstler und Ideengeber Peter Reichenbach in Kamp-Lintfort. Dies soll ein Färbergärten-Netzwerk in der Stadt sichern. Aber was genau sind Färbergärten? Wie es der Name erahnen lässt, geht es um Farben, und zwar um Pflanzenfarben und deren Anwendung in Kunst und Kultur, aber auch Kosmetik.

Da das aber eine Wissenschaft für sich ist, gab Peter Reichenbach einen ersten Ein- und Überblick in die florale Farbenwelt. Aus welchen Pflanzen gewinnt man überhaupt Farben und wie baue ich diese Pflanzen an? Welche Auswirkungen zeigen Säuren und Basen auf die Pflanzenfarben? Welche Farben und Techniken wandten die Maler der Renaissance an? Wie werden Naturfarben konserviert? Wie wird ein Färbergarten angelegt? Reichenbach berichtete unterhaltsam über seine Botschaft der nachhaltigen Entwicklung, seine vielfältigen weltweiten Kontakte und zeigte anschaulich, welch künstlerisches Potential die Anwendung von Pflanzenfarben bietet.

Neben der Wissensvermittlung folgte dann reichlich Praxis: Rotkohl, Baumrinden und Blüten wurden zerkleinert, mit Wasser gemischt und gemörsert. Mit den ausfließenden Farben dann experimentiert auf Stoff, Papier oder Holz. Die Farben wurden dann teils nochmals mit Zitronensäure oder Natron im PH-Wert verändert, Farbnuancen und Farbtöne damit herausgearbeitet. Die Ergebnisse: überraschend, bunt, farbenfroh, heiter.

Wer Teil dieses einzigartigen vernetzenden Projektes der kulturellen Bildung werden möchte, wendet sich bitte an Petra Niemöller (Kulturbüro). Entweder telefonisch unter 02842 912-446 oder per Mail an petra.niemoeller@kamp-lintfort.de.

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