Gemeinschaftswohnen an der Friedrich-Heinrich-Allee in Kamp-Lintfort

Neues Projekt in Kamp-Lintfort : Gemeinschaftswohnen an der Friedrich-Heinrich-Allee

Hinter der Janusz-Korczak-Schule und der Christuskirche wollen Stadt und evangelische Gemeinde Wohnhäuser errichten.

Stadt und evangelische Kirchengemeinde arbeiten gemeinsam an einem neuen Wohnprojekt. Als Standort sind zwei benachbarte Grundstücke an der Friedrich-Heinrich-Allee ausersehen: Dabei handelt es sich um einen Teil des Schulhofs der Janusz-Korczak-Schule und ein Areal hinter der Christuskirche. Am Dienstag war das Vorhaben Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung. Demnach soll der in städtischer Hand befindliche Schulhof verkleinert und ein Teil einer Wohnbebauung zugeführt werden. Gleichzeitig werde der verbleibende Schulhof aber aufgewertet. Zudem geht es darum, die Zufahrts- und Parksituation an der Förderschule zu verbessern. Die Kirchengemeinde möchte das Paul-Schneider-Haus und das alte Pfarrhaus hinter der Christuskirche abreißen und das Gelände neu bebauen – wobei neben einer Wohnnutzung neue Räume für die Gemeindearbeit und eine neue Pfarrwohnung entstehen sollen.

Aufgrund der „parallelen Interessen“ von Stadt und Kirchengemeinde gehen beide gemeinsam vor. Das insgesamt 6500 Quadratmeter große Gelände eigne sich hervorragend für eine Wohnbebauung „in zweiter reihe“, sagte Planungsamtsleiterin Monika Fraling im Ausschuss. Es sei zentrumsnah gelegen und gleichzeitig doch „verwunschen“.

Stadt und Kirchengemeinde haben als Partner besondere Wohnformen ins Auge gefasst, wie das „Gemeinschaftswohnen“. „Charakteristisch für solche Wohnvorhaben ist, dass die zukünftigen Nutzer schon an der Planung beteiligt sind und es auch später in der Nutzungsphase eine Mitbestimmung gibt“, hieß es in der Verwaltungsvorlage. „Alle Bewohner sollen im Rahmen einer Haus- beziehungsweise Siedlungsgemeinschaft von gemeinschaftlichen Aktivtäten, gegenseitiger Hilfe und einer verlässlichen Nachbarschaft profitieren können. Die Bewohner sollen „im täglichen Leben engere soziale Kontakte pflegen als dies normaleierweise unter Nachbarn üblich ist und bei dem deshalb der individuelle Wohnraum zugunsten von Räumen und Außenflächen für eine gemeinschaftliche Nutzung (z.B. Ess-, Aufenthalts- und Freizeiträume, Waschkeller, Gärten, Terrassen) spürbar reduziert wird.“

Die Umsetzung des Wohnprojekts sei sowohl über einen Investor als auch in eigener Trägerschaft möglich, hieß es. „Sowohl bei der einen als auch bei der anderen Vorgehensweise wäre ein vorheriger Zusammenschluss von Interessierten notwendig, bevor gemeinsam geplant und gebaut werden kann.“

Um zu klären, ob es ein Interesse am Gemeinschaftswohnen gibt, wolle die Stadt das Projekt Anfang nächsten Jahres in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen: „Sollten sich danach nicht genügend ernsthaft Interessierte für ein Gemeinschaftswohnprojekt finden, soll das Projekt mit konventionellem Wohnungsbau mit Anteilen von gefördertem Wohnungsbau weiterverfolgt werden.“

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