Kamp-Lintfort: Alles bereit für den Umzug im März.

Fördergemeinschaft für Bergmannstradition in Kamp-Lintfort : Alles bereit für den Umzug im März

Das neue Vereinsheim der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition im Schirrhof ist renoviert und eingerichtet. Es fehlen aber noch Strom, Wasser und Heizung. Der Umzug ist für nächsten März geplant. 500 Kartons sind gepackt.

Auf dem Schirrhof rollen die Bagger. Bauarbeiter bohren und hämmern. Die frühere Ausbildungsstätte des Bergwerks West schickt sich an, ein Zentrum für Bergbautradition zu werden. Norbert Ballhaus, Herbert Gratzer und Dirk Thomas beobachten die Bauarbeiten auf dem Areal mit seinem historischen Gebäudeensemble mit großer Gelassenheit. Der Vorstand der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, linker Niederrhein, hat seine Arbeit getan. „Zu 95 Prozent“, betont Vorsitzender Norbert Ballhaus. Jetzt heißt es abwarten, bis die Fördergemeinschaft ab März vom Knappenheim an der Schulstraße ins neue Vereinsheim im Schirrhof einziehen kann. „Wir werden auch diese Wartezeit geduldig hinter uns bringen“, betont Ballhaus im Wissen, dass die Räumlichkeiten über der früheren Remise eine große Chance für seine Gemeinschaft ist. „Es ist nur wenigen Bergbautraditionsvereinen vergönnt, einen solchen Neustart gestalten zu können“, betont er.

Im früheren Futtermittellager aus den Anfangszeiten des Bergwerks West, das in späteren Jahren Schulungs- und Pausenräume für die Auszubildenden der Zeche sowie die Kantine beherbergte, wird sich die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition dauerhaft einrichten – ganz nah am neuen Zentrum für Bergbautradition. Im Juli starteten die Renovierungsarbeiten. Mit Unterstützung von Mitarbeitern des Tüv Nord wurden die Wände und Fensterrahmen weiß gestrichen. Auf rund 300 Quadratmetern stehen den Mitgliedern künftig Sitzungszimmer, Arbeitsräume mit PC-Arbeitsplätzen, eine Bibliothek für die mehr als 7000 Bücher und Dokumente sowie eine Küche zur Verfügung. Im Sitzungszimmer hängen Schlegel und Eisen sowie Fotografien schon mal Probe. Dort wird auch die „Barbara“ ihren Platz finden. Die 23 Glasvitrinen, in denen die Bergbauexponate ausgestellt werden, haben den Umzug gut überstanden, sind gereinigt und mit Schutzhüllen versehen. „Wir wissen genau, wohin alles kommt“, erklärt Dirk Thomas. An den Türen hängen bereits die entsprechenden Schilder. Das Vereinsheim ist fast komplett eingerichtet. Neuwertige Schreibtische, Stühle, Sideboards und Schränke warten darauf, eingeräumt und benutzt zu werden. Die Regale in der Bibliothek sind aufgestellt. Sie stammen aus der alten Stadtbücherei. „Wir haben sie zwischengelagert“, berichtet Herbert Gratzer. Im mehrere Meter langen Flur sollen künftig auf der linken Seite die Geschichte der Fördergemeinschaft seit 1987 mit Bildern dokumentiert werden, auf der rechten Seite die Historie des Bergwerks West seit 1907. Die Schienen für die Bilder hängen schon. Auch die zweitgrößte Lampensammlung in der Region findet hier ihren Platz. Die Fördergemeinschaft hat den Umzug gut geplant: Mehr als 500 Umzugskartons sind schon gepackt und stehen im Knappenheim zum Abtransport bereit. Sie verkleinert sich von bislang 700 auf 300 Quadratmeter. Klar, dass nicht alles mitgenommen werden kann. „Wir haben selektieren müssen“, betont Norbert Ballhaus. Was jetzt im neuen Vereinsheim noch fehlt sind Strom, Wasser und Heizung. Ballhaus: „So lange müssen wir uns gedulden.“

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