Selbstversuch in Büttgen: So gelingt der Schuss auf der Kirmes

Schützenfest in Büttgen : So gelingt der Schuss auf der Kirmes

Stofftiere, rote Rosen oder Süßigkeiten: Diana Schliebs ist Schaustellerin in sechster Generation. Auf dem Schützenfest in Büttgen verrät sie, wie es mit dem Gewinn an der Schießbude klappt und hat einige Tipps für den Rosenkavalier.

Bei Diana Schliebs springen die Sterne. Die 38-Jährige steht hinter der Theke ihrer Schießbude und sieht zu, wie der fünfjährige Alexander einen Schuss nach dem anderen abfeuert. Kinderleicht sieht das bei ihm aus. Damit der Schuss aber auch ein Treffer wird, gilt es einiges zu beachten. Was genau, das verrät Diana Schliebs.

„Das richtige Zielen ist das A und O“, erklärt die Schaustellerin und nimmt eines ihrer Gewehre in die Hand. Bei den Waffen handelt es sich um Luftgewehre, die extra für das Kirmesgeschäft gemacht wurden. Denn anders als „echte“ Gewehre, haben sie ein größeres Magazin. „Damit nicht ständig eine neue Kugel eingefüllt werden muss.“ 125 Kugeln passen in das Kirmesgewehr hinein.  Bei einem Rechtshänder sollte es an die innere rechte Schulter angelegt werden. Der linke Arm wird auf der Theke abgelegt und stützt weiter vorne den Lauf. Für zittrige Hände hat Diana Schliebs auch eine Schießhilfe, auf dem das Gewehr abgelegt werden kann. „Ein echter Rosenkavalier sollte aber schon freistehend schießen“, sagt sie und lacht. Ist die richtige Haltung eingenommen, geht es ans Zielen. Am besten gelingt das, wenn Rechtshänder das linke- und Linkshänder das rechte Auge schließen. Der Blick wandert durch die Zielvorrichtung des Gewehrs durch die sogenannte Kimme, eine Art Spalt im Blech, auf das Korn, eine Erhebung am Ende des Laufs. Kimme und Korn sollten auf eine Höhe gebracht und auf die Mitte gesetzt werden. Schliebs setzt an, drückt ab und trifft. „Das Prinzip gilt für alle Ziele“, sagt sie. Anfängern empfiehlt sie jedoch an den Ton-Sternen zu üben, da sie die größte Fläche haben. Die Fortgeschrittenen können sich an den Röhrchen probieren, in denen Rosen, kleine Windräder oder sogar Schraubenzieher stecken.

Insgesamt führt Diana Schliebs seit 2013 drei Schießbuden und eine Luftballon-Pfeilbude. Die Schießbude, mit der sie auf der Büttgener Kirmes vertreten ist, betreibt ihre Familie bereits in der sechsten Generation. Ihr Urgroßvater hat sie gebaut und fahrtauglich gemacht. Mit ihren Geschäften ist Schliebs auf Jahrmärkten und Schützenfesten in Neuss und Düsseldorf unterwegs. In all den Jahren hat sie viele Erinnerungen gesammelt. „Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich viel unterwegs bin und viele Menschen kennenlerne.“ So komme in Büttgen regelmäßig ein Junge bei ihr vorbei, um zu trainieren.

Ansonsten sei ihr Publikum sehr gemischt. Da gibt es Jungen und Mädchen, die gerne einen Preis ergattern möchten – besonders begehrt seien da derzeit Einhörner, Donuts, Lamas und Wasserpistolen. Für Jugendliche werden die Rosen interessanter. Sie sind meist ein Geschenk für die Freundin oder Mutter.

Diana Schliebs betreibt die Schießbude in sechster Generation. Für den nächsten Kunden lädt sie das Gewehr nach. Foto: Natalie Urbig
Diana Schliebs erklärt Alexander (5), wie es geht. Foto: Natalie Urbig
Bevor es an Schießen geht, werden die Tonsterne aufgehangen. Foto: Natalie Urbig
Wichtig beim Zielen: Kimme und Korn müssen auf einer Höhe sein. Foto: Natalie Urbig
Die Luftgewehre sind Spezialanfertigungen für die Kirmes. Foto: Natalie Urbig
Qual der Wahl: Gar nicht so leicht, sich einen Gewinn auszuschen. Foto: Natalie Urbig

Ein altbekannter Gast ist Matthias Urban. Sein fünfjähriger Sohn Alexander hat gerade das erste Mal geschossen und gleich ordentlich abgeräumt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So gelingt der Schießbuden-Schuss

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