Schützenfest in Büttgen: Schützen trotzen der Hitze

Schützenfest in Büttgen : Schützen trotzen der Hitze

Temperaturen über 30 Grad tun der guten Stimmung beim Schützenfest in Büttgen keinen Abbruch. Ein Schützenzug wurde kurzerhand in der Grünpflege tätig. In der Schießliste standen am Sonntagmittag bereits zwei Namen.

Selten war es so heiß auf einem Schützenfest in Büttgen wie in diesem Jahr. Bei über 30 Grad schwitzen die Schützen und mitunter stöhnen sie auch, aber sie wissen, dass Hitze besser ist als Dauerregen. Und deshalb lassen sie sich nicht unterkriegen, trinken zwischendurch mal ein Wasser und feiern ganz entspannt und ohne den Blick auf die Wetter-App. Für Entspannung sorgt auch die Tatsache, dass Sonntagmittag in der Schießliste bereits zwei Namen standen: Einer auf der Liste „Jungschützenkönig“ und ein anderer unter der Rubrik „Schützenkönig“.

Mitgliedern des Schützenzuges „Horrido“ war aufgefallen, dass die frisch gepflanzten Bäume auf dem Friedhof an den Urnenreihen die Köpfe hängen ließen – sie besorgten sich Eimer und wässerten die Bäume. Foto: Kampermann/Heinz Kampermann

König Norbert I. Klein, der seine Residenz am Pfarrzentrum errichtet hat, wirkte rundherum glücklich. Geradezu euphorisch: Seine Königin ist Sabine Klein-Rubröder. Sie stammt aus dem Örtchen Hinterwald und freute sich, dass ihre Mutter und ihre Schwester angereist waren. Der König war auf zweierlei stolz: „Vier der letzten fünf Schützenkönige waren Trier-Pilger.“ Und Sohn Henri (16) machte sich gut als Standartenträger. Der König, der das Beiern in Büttgen wieder eingeführt hatte, gab am Samstag auch einen Böllerschuss aus der Kanone ab und erschreckte über die enorme Lautstärke. Das Beiern hoch oben im Glockenstuhl ist dagegen fast schon ein sehr leises Hobby.

Beim Gottesdienst am Kriegerehrenmal wurde jede Menge Wasser ausgeschenkt. Auch die Anwohner schafften Wasser zur Erfrischung herbei. Mitgliedern des Schützenzuges „Horrido“ war aufgefallen, dass die frisch gepflanzten Bäume auf dem Friedhof an den Urnenreihen die Köpfe hängen ließen – sie besorgten sich Eimer und wässerten die Bäume.

Der Jägerzug Büttger Stolz pflegt seit 1951 die Tradition, am Schützenfestmontag in der Pfarrkirche eine Messe zum Gedenken an die Verstorbenen zu halten. Jetzt waren erstmals keine Kapazitäten frei, sodass die Schützen Montag-Vormittag auf das Nikolauskloster ausweichen werden. So stressig das Marschieren bei der Hitze auch ist, so erstaunlich ist es, dass Rudolf Massenberg in den Reihen seines Zuges „Büttger Stolz“ mitmarschierte: Immerhin ist er 84 Jahre alt. Die Männer vom „Büttger Stolz“ bildeten eine Zuggemeinschaft mit dem Fahnenzug „Grün-Weiß“. Der Jägerzug „Jägermeister“ war vor 60 Jahren von zehn jungen Schützen gegründet worden. Das Erstaunliche: Fünf der Gründungsmitglieder sind immer noch dabei. Ingo Thurow, Geschäftsführer des Festausschusses, hob hervor: „Wir sind stolz, mit vielen Klangkörpern schon seit Jahrzehnten zusammenzuarbeiten. Einer dieser Klangkörper ist die Musikkapelle Kleinenbroich, die jetzt ihr 90-jähriges Bestehen feiert. „Im Herbst wird diese Jubiläumskapelle den Großen Zapfenstreich auf dem Petersplatz in Rom spielen“, verriet Thurow. Er übergab der Musikkapelle Kleinenbroich einen Umschlag mit einem Geldschein drin: „Damit ihr in Rom auf die Büttger Schützen trinken könnt“, erklärte der Geschäftsführer des Festausschusses.

Zu den vielen schönen Bildern, die sich den Besuchern boten, gehörte Sonntag dieses: Oberst Reinhard Block stoppte am Vormittag kurz die Parade, um den Edelknabenkönig Tim Leitzke in den Sattel seines Pferdes zu heben.

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