Kaarst: Stadt zeichnet verdiente Sportler von 2018 aus

Gala in Kaarst : Stadt zeichnet verdiente Sportler aus

Bei der Sportlerehrung im Einstein-Forum wurden sowohl Aktive als auch Ehrenamtler geehrt. In Kaarst gibt es sogar Welt- und Europameister. Fast alle Geehrten waren sich einig: Die Stadt braucht eine weitere Trainingshalle.

In Kaarst gibt es tausende Hobbysportler, aber auch Deutsche-, Europa- und sogar Weltmeister. Am Sonntagabend wurden die Erfolgreichsten im Albert-Einstein-Forum geehrt. Durch das zweistündige Programm führten der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Axel Volker und sein Stellvertreter Michael Börgers. Als die Kaarster Formation „Swing O.K.“ die Erkennungsmelodie der „Sportschau“ spielte, ging es los. Dass die Veranstaltung trotz der Vielzahl der zu Ehrenden nur rund 120 Minuten dauerte, dürfte auch daran gelegen haben, dass sich die zu ehrenden Sportler größtenteils als eher wortkarg erweisen sollten. Auszeichnungen bekamen auch einige Ehrenamtler.

Die erfolgreichste Sportlerin des Jahres 2018 aus Kaarst heißt Emily Freund. Sie brachte es gleich zu zwölf Auszeichnungen im vergangenen Jahr, wurde unter anderem Deutsche Meisterin, Europameisterin und Weltmeisterin in Disziplinen wie Biathle, Triathle und Laserrun. Dass die Athletin Jahrgang 1953 ist, sah man ihr nicht an. Sie trainiert jeden Tag und verriet, dass der Sport sie jung halte. Aber sie gab auch eine kleine Schwäche zu. „Wenn es um’s Radfahren geht, bin ich sehr faul.“ Was immer wieder auffiel: Neben Emily Freund waren auch andere Kaarster Sportler gleich mehrfach erfolgreich. Adam Mika beispielsweise tauchte in den Listen gleich zehn Mal auf, er brachte es in seiner Altersklasse unter anderem zum Deutschen Meister im Triathle. Sein Bruder Moritz, Jahrgang 2007 und damit zwei Jahre jünger, war immerhin neun Mal verzeichnet, er wurde Erster bei den Deutschen Meisterschaften im Biathle und Triathle. Hannah, Sarah und Lena Dicks hatten zusammen 32 Mal Erfolge verzeichnen können im Modernen Fünfkampf. Wenn es eine Auszeichnung für die sportlichsten Geschwister gäbe, wäre sie ihnen wohl sicher. In Büttgen sind die Miniaturgolfer sehr erfolgreich. Mit verschiedenen Mannschaften holten sie die Deutsche, aber auch die Landesmeisterschaft. Sechs Sportlerinnen und Sportler haben auf ihren Fahrrädern geglänzt: Johanna Gref gewann die NRW-Meisterschaften, ebenso wie Julius Klein, Franziska Minten und Martha Wieners, wenn auch jeweils in anderen Kategorien. „Straßenrennen sind interessanter als Einzelrennen“, verriet Johanna Gref. Und dass sie drei bis vier Mal die Woche trainiere. Die Zuschauer – unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sowie Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung und des Rates – sahen zwei Stunden lang Menschen mit Figuren, die schon jetzt freibadtauglich sind. Viele der erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler trainieren nicht in Kaarst, sondern beispielsweise in Neuss. Immer wieder kam in den kurzen Interviews der Wunsch nach mindestens einer weiteren Sporthalle in Kaarst zum Ausdruck.

Voll wurde es auf der Bühne, als die erfolgreichen Skaterhockey-Spieler der Crash Eagles geehrt wurden, von den Bambini bis zur ersten Herrenmannschaft. Die war im vergangenen Jahr ebenso Deutscher Meister geworden wie die erste Juniorenmannschaft und die erste Schülermannschaft, während die Bambini immerhin die Landesmeisterschaft gewannen. Erstaunlich: Kaarster Sportlerinnen und Sportler waren auch in eher ausgefallenen Sportarten wie Fechten und Floorball erfolgreich.

Johannes Cronen, Mitglied der SG Kaarst, hat zwar keine Meisterschaft gewonnen, aber er hat trotzdem Beachtliches geleistet und wurde jetzt dafür ausgezeichnet. 25 Mal hat der 82-Jährige sein Sportabzeichen gemacht – meistens das in Gold, aber wenn es in dem einen oder anderen Jahr nur zu Silber gereicht hatte, konnte der Senior, der leichtfüßig die Bühne betrat, damit auch sehr gut leben. Gleichzeitig ist er ein Vorbild für alle, die weder Bronze, Silber und Gold anstreben, sich aber fit halten wollen.

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