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Wipperfürther Lampenwerk Radium ist wieder eigenständig

Wipperfürther Arbeitgeber für Hückeswagener : Firma Radium ist wieder eigenständig

Die Investmentfirma ASC hat den Wipperfürther Lampenhersteller übernommen, de facto ist das Unternehmen jedoch unabhängig – erstmals seit 1988. Unter den 230 Beschäftigten sind 15 aus Hückeswagen.

Der Name Radium war früher in fast jedem Haushalt ein Begriff, sorgten doch die Birnen, die in Wipperfürth hergestellt wurden, schlicht und ergreifend für Licht. In den vergangenen Jahrzehnten hat das Lampenwerk aus der Hansestadt, Arbeitgeber von aktuell 230 Mitarbeitern, darunter 15 aus Hückeswagen, eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Denn es gab immer wieder neue Eigentümer. Inzwischen ist Radium nicht mehr ein Tochterunternehmen der Ledvance GmbH, die einem chinesischen Beleuchtungsunternehmen gehört. Vielmehr ist das Wipperfürther Unternehmen erstmals seit 32 Jahren wieder unabhängig. „Durch den neuen Eigentümer wird es aktiv bei der Gestaltung einer nachhaltig erfolgreichen, eigenständigen Zukunft unterstützt“, berichtet Marketingleiter Jan Eisleben auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Firma ASC habe mit dem Kauf von Radium „ein absolutes Traditionsunternehmen der deutschen Beleuchtungsindustrie erworben und damit einen wichtigen Meilenstein in der langen Firmengeschichte gesetzt“, betont Eisleben. Erstmals seit 1988 sei Radium nun wieder eigenständig und werde gemeinsam mit ASC die Firma und die Marke in die Zukunft führen.

 Halogen-Studiolampen zur Bühnenbeleuchtung.
Halogen-Studiolampen zur Bühnenbeleuchtung. Foto: JOACHIM GIES

Bei ASC handelt es sich um eine Investmentfirma mit Sitz in Luxemburg und München, die sich auf europaweite Unternehmensausgründungen, Ausgliederungen und Nachfolgesituationen konzentriert und das von einer Gruppe erfahrener Investment- und Branchenfachleute geführt wird. Eisleben: „Seit 2010 investiert das ASC-Team in europaweite Konstellationen, in denen ein aktiver und unternehmerisch denkender Investor benötigt wird.“ Durch sein Netzwerk und operatives Know-how unterstütze ASC Unternehmen beim Aufbau einer soliden Grundlage für eine nachhaltige Zukunft.

Ledvance bleibt derweil ein wichtiger Kooperationspartner von Radium: Mit ihm wurde ein langfristiger Kooperationsvertrag abgeschlossen, der die Abnahmemengen der Fabrik sicherstellt. „Durch den Inhaberwechsel wird Radium die nötige Flexibilität erhalten, um die gesetzten strategischen Ziele zu erreichen“, betont der Marketingleiter. Die wertvolle Radium-Marke sei ein zentraler Bestandteil und bleibe in der Angebotspalette der Radium Lampenwerk GmbH.

Die Produktion und der Vertrieb von Lampen und das Angebot von Beleuchtungslösungen für die professionelle Beleuchtung sollen vor allem durch den Ausbau des LED-Portfolios weiter verbessert. werden. Erste Maßnahmen wurden schon im vorigen Jahr verabschiedet, und trotz der negativen Effekte durch Covid-19 verzeichnete Radium ein LED-Wachstum von zirka 53 Prozent zum Vorjahr. Für die wachsenden Geschäftsfelder in den Bereichen technisches Licht, LED-Komponenten und LED-Leuchten, will Radium verstärkt auf eine lokale Wertschöpfung und Entwicklung setzen.

Radium ist seit 1904 die Fachhandelsmarke für Licht und Deutschlands ältester aktiver Lampenhersteller. Am Produktionsstandort Wipperfürth werden auf hoch technisierten Fertigungslinien Lampen in hohen Stückzahlen produziert, aber auch sehr aufwändige Speziallampen in geringen Losgrößen werden dort hergestellt. Etwa für das Flutlicht von Fußballstadien.