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Hückeswagen: „Laternen Fenster“ schenken Licht zu St. Martin

St. Martin in Hückeswagen : „Laternen Fenster“ schenken Licht

Als Ersatz für ausgefallene Martinszüge aufgrund der Corona-Krise werden derzeit Laternen in die Fenster gehängt.

Für viele Kinder hält dieses Corona-Jahr auch im November noch eine Enttäuschung bereit. Denn wegen der Pandemie sowie der Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsrisikos sind alle Umzüge zu St. Martin abgesagt worden. Kein Heiliger auf dem Pferd, keine Laternen, keine singenden Kinder. Aber auch hier macht sich die Kreativität bemerkbar. Über die ist auch Petra Pusch gestolpert, als sie durch Facebook stöbert. „Ich habe dort ein Posting zur Aktion ,Laternen Fenster‘ gesehen – und war direkt begeistert von dieser Idee“, sagt die Hückeswagenerin.

Bei der Aktion, die von Jennifer Brenzinger aus dem baden-württembergischen St. Leon-Rot ins Leben gerufen worden ist, sollen alle Teilnehmer in der Zeit bis zum Martinstag am 11. November eine oder mehrere Laternen ins Fenster hängen. „Ich habe sofort gedacht, dass ich da mitmachen will. Und durch das Internet verbreitet sich die Aktion wohl ziemlich“, sagt Petra Pusch.

Die Hückeswagenerin kommt ursprünglich aus Solingen und hat auch noch Kontakt in die Klingenstadt. „Sowohl von dort als auch aus Wipperfürth habe ich mitbekommen, dass auch da die Leute mitmachen“, erzählt Petra Pusch. Sie wohnt mit Mann und Sohn an der Fliederstraße in Wiehagen, der Sohn besuche mittlerweile ein Gymnasium in Wipperfürth. „Aber wir haben noch alle Laternen, die er im Kindergarten und in der Grundschule gebastelt hat“, sagt Petra Pusch. Der Martinszug habe immer von der Grundschule auch durch ihre Straße geführt sowie an der Blumenstraße entlang.

„Dieses Jahr ist wegen der Corona-Pandemie eben alles anders. Da ist die Idee doch klasse, wenn wir mit unseren Laternen das Licht am Morgen und Abend nach draußen auf die Straße bringen können“, sagt sie. Schließlich würden an den Straßen die Schulkinder vorbeikommen, aber auch sonst viele Menschen. Für die wolle man, wie die Initiatorin es auf ihrer Internetseite ausdrückt, „ganz im Sinne von St. Martin (…) mit Hilfe der Laternen Hoffnung schenken in dieser schwierigen Zeit“.

Petra Pusch findet es gut, etwas für die Kinder machen zu können, für die der Martinszug ausfällt. „Mein Sohn geht zwar schon in die fünfte Klasse, findet die Aktion aber ebenfalls total gut“, versichert die Hückeswagenerin. Es sollten auch alle Laternen ins Fenster gehängt werden.

Petra Pusch habe auch Nachbarn angesprochen, die ebenfalls teilnehmen würden. „Ich habe schon eine ganze Menge Werbung gemacht und von vielen Leuten die Rückmeldung bekommen, dass sie mit dabei helfen würden, das Licht zu verteilen.“ Zudem steht sie nach wie vor in Kontakt mit der Grundschule Wiehagen, wo sie früher die Fenster dekoriert hatte.

Auch an der Löwen-Grundschule wissen die Kinder schon Bescheid. Der Schulförderverein habe ein Rundschreiben an die Eltern verfasst, in dem auf die Aktion hingewiesen wird, berichtet Tobias Bosbach. „Wir wollen dazu beitragen, dass das Brauchtum weiterhin aufrechterhalten wird. Gerade jetzt, wo die Zeiten so seltsam und kompliziert sind.“ In der Schule würden die Kinder ohnehin auch in diesem Jahr Laternen basteln und auch einen Stutenkerl bekommen.

Die Aktion „Laternen Fenster“ sei dann auch mehr für zu Hause gedacht. „Wir feiern den Martinstag auch – und wenn in diesem Jahr schon alles ausfällt, wie das Martinssingen, wollen wir eben auf diese Weise für ein wenig Gemütlichkeit und Behaglichkeit sorgen“, sagt Bosbach. Sein Sohn Alexander werde daher auch wieder auf dem Balkon Trompete spielen.