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Hückeswagen: Schnäppchen suchen auf dem Trödelmarkt

Trödelmarkt in Hückeswagen : Schnäppchen suchen auf dem Trödelmarkt

Hochbetrieb herrschte beim Sonntagströdel auf dem Parkplatz an der Alten Ladestraße. Viele sind auf der Suche nach einem Schnäppchen,

Stefan Markel schlendert an den Tischen und Ausstellungswagen vorbei. Mal bleibt er stehen und nimmt Dinge genauer unter die Lupe, gelegentlich kommt er ins Gespräch. „Dort, wo es vor allem Neuware gibt, gehe ich weiter“, sagt er. Auf dem Parkplatz an der Alten Ladenstraße erkennt er am Sonntagmorgen mit erfahrenem Auge schnell, wo es kleine und große Schätze zu heben gibt. Aber auch viele Händler mit Neuware haben sich zwischen den Decken, gefüllten Motorhauben und Anhängern einen Platz gesucht. Die meisten von ihnen sind beim Trödelmarkt in Hückeswagen deutlich weniger gefragt, als die Trödler, die Stücke mit Seltenheitswert im Gepäck haben. „Das ist der eigentliche Trödel“, sagt auch Markel, „dort, wo für Gebrauchtes noch richtig gehandelt wird.“

An der Alten Ladenstraße herrscht am Sonntagmittag Hochbetrieb. Viele sind auf der Suche nach einem Schnäppchen. Andere machen sich bereits mit gefüllten Taschen und großen Kuscheltieren im Arm auf den Heimweg. Ob sich die Kundschaft verändert habe, seit die Sendung „Bares für Rares“ über den Bildschirm flimmert? Sind echte Schatzsucher unterwegs? „Ich habe nicht den Eindruck, dass sich das Publikum oder das Verhalten der Kunden verändert hätten“, sagt eine Verkäuferin, die seit Jahren ihre Tische auf dem Trödelmarkt aufstellt. Die professionellen Händler seien immer noch die Ersten. Sie würden schon für Ware bieten, bevor die Tische überhaupt stehen. „Ganz früh am Morgen“, sagt die Trödlerin, „sie suchen vor allem Gold und Silber.“ Und sie sind deutlich erkennbar und Profis, wenn es ums Handeln geht.

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Später kommt dann das Trödelpublikum, das sich umsehen will. „Manchmal sind sie auch gezielt unterwegs“, sagt die Händlerin. Die meisten hätten Lust zu handeln. „Und ich handle auch richtig gern“, sagt sie, „schon alleine der Kommunikation wegen.“ Wenn potenzielle Käufer allerdings zu dreist daher kämen, würde sie das Gespräch abbrechen. Gerade schaut sich ein Herr an den Tischen genauer um. Er hebt einen Kochtopf hoch. „Wieviel?“ fragt er. Und die Händlerin nennt einen Preis. Ein kurzes Hin und Her – der Topf ist verkauft. Viel Hausrat findet am Sonntag seinen Platz auf den Ausstellungsflächen, dazu Comics, Spielzeug und Werkzeug. Aber auch ungewöhnliche Dinge wie Geweihe oder Sammelkarten gehen über den Tisch. Viele Händler aus der Region sind dabei, aber auch Gäste, die eine deutlich weitere Anreise hatten.

Eine Veränderung hat die Händlerin in den vergangenen Jahren dann doch festgestellt: „Heute wird viel mehr gebrauchte Kleidung gekauft. Nicht nur für Kinder. Klamotten gingen früher eigentlich gar nicht.“ Der Second-Hand-Gedanke und der Wunsch nach Nachhaltigkeit hätten das Treiben auf dem Trödelmarkt verändert.