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Hückeswagener zieht’s nach Mallorca, Ägypten und Übersee

Umfrage bei den drei örtlichen Reisebüros : Hückeswagener zieht’s nach Mallorca, Ägypten und Übersee

Die Nachfragen in den drei Reisebüros sind enorm. Kurzentschlossene gehen allerdings zumeist leer aus, ergab eine Umfrage unserer Redaktion.

Der Begriff „Morgenluft schnuppern“ kommt einem in den Sinn, wenn man sich die Corona-Situation der vergangenen Wochen und Monate ansieht. Umfassende Lockerungen, sinkende Zahlen und das Gefühl, das sich breitmacht, dass die Seuche nach gut zwei Jahren doch tatsächlich vorbei sein könnte. Die Stimmen der Mahner werden leiser, der Drang der Menschen, wieder gänzlich in die Normalität zurückzukehren, wird größer. In diesem Zusammenhang verwundert auch nicht, dass wieder vermehrt verreist wird.

Das ist zwar im Großen und Ganzen schon seit längerer Zeit wieder möglich, allerdings hatten vermutlich die meisten auch ein ungutes Gefühl im Gepäck. Und Fernreisen, etwa nach Neuseeland, waren bis vor kurzem noch nicht wieder möglich. Entsprechend gut ist die Stimmung in den drei Reisebüros der Schloss-Stadt.

Erleichterung darüber, dass die lange Durststrecke vorbei ist, mischt sich mit jeder Menge Arbeit und weitgehend ausgebuchten Destinationen. „Man fliegt wieder, die Kunden buchen Fernreisen – etwa in die USA oder in die Karibik“, sagt Cornelia Hövel vom gleichnamigen Reisebüro an der Peterstraße. Aber auch Reisen in die Türkei, nach Spanien, Ägypten oder Griechenland seien sehr gefragt. „Für die Reisebranche ist es ein echter Glücksfall, dass wieder gereist werden darf“, sagt sie. Allerdings habe sich doch einiges gewandelt. „Klassische Last-Minute-Reisen, also Schnäppchen mit einem nahe in der Zukunft liegenden Reisedatum, gibt es praktisch nicht. Der Markt ist leergefegt. Nur wenn man flexibel ist in Ziel und Reisedatum, wird man noch fündig.“

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  • 220622
Reisebüro Albers
Christina Grotenburg-Albers
Bild:
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Eva Röttgen vom TUI-Reisebüro an der Bahnhofstraße sieht das ähnlich. „Die Veranstalter haben gemerkt, dass die Menschen wieder gerne unterwegs sind“, sagt sie. Kreuzfahrten seien ein Renner, ansonsten habe die Türkei als Reiseziel stark zugelegt, Spanien, Griechenland und Ägypten seien ebenfalls beliebte Ziele. „Alle lechzen danach, das nachzuholen, was sie in den vergangenen zwei Jahren versäumt haben.“ Kurzentschlossenen rate sie, das Geld lieber zu sparen und sich für 2023 früh genug den Traumurlaub zu buchen.

In der Corona-Zeit habe das Reisebüro viel per Telefon beraten und angefangen, Termine zu vergeben. „Letzteres hat sich sehr bewährt und etabliert. Wir werden das vermutlich weiter so machen“, sagt Eva Röttgen. Weil so viel über Telefon und Internet gelaufen sei, hätte sich auch die Kundenzusammensetzung verändert. Auch Anja Jähnichen vom Reisebüro im Island sieht wieder verstärkt Nachfragen nach Reisen. „Die Leute fliegen vor allem in die Türkei und nach Mallorca, auch Ägypten und Griechenland sind sehr gefragt“, hat sie festgestellt. Allerdings bekomme sie nur wenige Anfragen wegen Fernreisen. „Neuseeland hatte ich beispielsweise noch nicht, kürzlich dafür aber Südafrika und Indien“, sagt Anja Jähnichen.

Allerdings könnte die erhöhte Nachfrage nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Preise insgesamt angezogen hätten. „Es wird auch nach Last-Minute-Angeboten gefragt, allerdings ist das schon schwierig – weil schon fast alles ausgebucht ist.“ Dafür habe sie auch schon eine Familie gehabt, die gleich zwei Flugreisen für dieses Jahr gebucht habe – eine für den Sommer und eine für den Herbst.