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In der Hitze tränken Hückelhoven und Wegberg Bäume

Dürre im Erkelenzer Land : Feuerwehr löscht Durst junger Bäume

Weil Bäume in der anhaltenden Hitze in Not geraten, werden sie in Hückelhoven und Wegberg durch Feuerwehr und Bauhof getränkt. Jede Wasserspende hilft der Natur.

Wenn Bäume schreien könnten, müsste ihre Not in der seit Wochen anhaltenden Dürre deutlich vernehmbar sein. Angekündigte Gewitter gingen in Aachen und im Münsterland nieder. Im Erkelenzer Land verdorrt die Natur. Hückelhoven und Wegberg greifen nun zu Notmaßnahmen. Feuerwehr und Wassersäcke spenden das rettende Nass.

„Nicht nur wir Menschen freuen uns bei den derzeitigen anhaltend warmen Temperaturen über Erfrischungen in Form von kühlen Getränken. Auch die Pflanzen und Bäume in unserer Stadt saugen dankbar jeden Tropfen Wasser auf, den sie bekommen können“, schrieb am Donnerstag Josef Loers, Pressesprecher der Feuerwehr Hückelhoven. Durch die anhaltende Trockenheit sowie das Ausbleiben von Regen seien nicht nur viele Grünflächen braun geworden und Pflanzen vertrocknet, auch viele Bäume schafften es kaum noch, mit ihren Wurzeln in Tiefen mit Wasser vorzudringen. „Besonders junge Bäume sowie Straßenbäume benötigen regelmäßig Wasser. Aufgrund der jetzigen Hitzeperiode ist es unerlässlich, regelmäßig zu gießen“, unterstrich Loers. „Durch die versiegelten Flächen sowie angrenzende Asphaltdecken heizt sich der Boden sehr stark auf und reflektiert die Hitze an das Umfeld und damit auch an die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern.“

 In Wegberg wurden Bewässerungssäcke wie eine Manschette um die Bäume gelegt und mit rund 60 Litern Wasser befüllt. Das Wasser wird langsam in den Wurzelraum abgegeben.
In Wegberg wurden Bewässerungssäcke wie eine Manschette um die Bäume gelegt und mit rund 60 Litern Wasser befüllt. Das Wasser wird langsam in den Wurzelraum abgegeben. Foto: Stadt Wegberg
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Weil auch in den nächsten Tagen ein Ende der Hitzeperiode nicht in Sicht ist, hilft die Feuerwehr Hückelhoven seit Freitag in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof bei der Bewässerung der städtischen Bäume und Sträucher im Stadtgebiet. Die Bauhof-Mitarbeiter arbeiten laut Josef Loers schon seit Tagen an ihrer Belastungsgrenze. Zur Unterstützung ist die Feuerwehr mit ihren Löschfahrzeugen ebenfalls im Einsatz, um den Bäumen das fehlende Nass zu spenden. Die Bewässerung erfolgt anhand einer nach Stadtbezirken sortierten Straßenliste mit den jeweils zu bewässernden Bäumen. „Sofern die Einsatzkräfte nicht durch Einsätze gebunden sind, werden sie den Bauhof bei der Bewässerung der Bäume vormittags einige Stunden unterstützen“, berichtet der Pressesprecher.

Und die Feuerwehr bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung: „Das Gießen von Bäumen vor der eigenen Tür kann den Schattenspendern helfen, die anhaltende Hitzeperiode gut zu überstehen. Bäume steigern die Lebensqualität in unserer Stadt. Neben dem kühlen Schatten befeuchten sie die Luft und binden Staub. Durch großzügige Wassergaben können die Bäume diese Funktionen auch weiterhin erfüllen.“

Einen ähnlichen Appell postete der Wegberger Bürgermeister Michael Stock auf seiner Facebook-Seite: „Vielleicht habt ihr ja auch ein paar Liter für Bäume und Grünflächen über. Sie freuen sich.“ In Wegberg ist der Baubetriebshof zurzeit fast rund um die Uhr damit beschäftigt, die die Bäume und Grünflächen mit Wasser zu versorgen. Dabei kommt teilweise ein neues, effektives Verfahren zum Einsatz: „Bewässerungssäcke werden wie eine Manschette um die Bäume gelegt und mit rund 60 Litern Wasser befüllt“, schreibt die Verwaltung auf der Wegberg-Internetseite. Die untere Naht sorge dafür, dass kontinuierlich Wasser hindurch rieselt und langsam in den Wurzelraum abgegeben wird.

Das Verfahren kommt auf der Hauptstraße (Innenstadt) und im Neubaugebiet Auf dem Kamp/ Hufschmiedstraße in Arsbeck zum Einsatz. „Ohne das neuartige System wäre der zu erbringende Zeitaufwand zur Erzielung der gleichen Bewässerungsmenge erheblich höher“, erläutert Bürgermeister Michael Stock und bittet gleichzeitig die Anwohner der Straßen in der Stadt, auch die Grünanlagen vor ihren Häusern im Auge zu behalten. Eine stabile Plastiktüte mit kleinen Löchern wirkt auch. „Bei diesen Temperaturen freuen nicht nur wir uns über eine kühle Erfrischung. Wenn Sie, liebe Wegbergerinnen und Wegberger, also einen großen Schluck Wasser für die öffentlichen Grünanlagen erübrigen könnten, freut sich Ihr Grün vor dem Haus genauso“, unterstreicht Stock. Bei Rückfragen stehe der städtische Baubetriebshof gern zur Verfügung.