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Gruiten: "Medizin" für den Sportplatz

Gruiten : "Medizin" für den Sportplatz

Bernd Borgmann hat 1000 Flaschen "Borgmann's Kräuter-Tropfen" (BKT) nach dem Geheimrezept seiner früheren Brennerei produzieren lassen. Der Verkaufserlös geht an den Förderverein Fußball für das Sanierungsprojekt.

Jahrzehntelang genossen die Gruitener nicht nur beim Gaststättenbesuch das ein oder andere Gläschen "BKT". Dem Inhalt mit 35 Volumenprozent Alkoholgehalt und etwas Zucker wurde nicht zuletzt wegen der Essenz aus Heilkräutern und Orange eine medizinische Wirkung nachgesagt. 1989 aber gab Bernd Borgmann den Brennbetrieb an der Vohwinkeler Straße auf – und schnitt damit die Gruitener vom Nachschub der "Borgmann's Kräuter-Tropfen" ab. Das ändert sich jetzt. Denn Borgmann hat 22 Jahre nach Schließung seines Betriebes 1000 Flaschen nach dem immer noch unter Verschluss gehaltenen Geheimrezept herstellen lassen. Für zwölf Euro können Freunde des früheren Kultgetränkes eine Flasche erstehen – und damit auch das Projekt Sportplatz-Sanierung unterstützen.

Liegen Kosten deutlich höher?

22 Jahre ist es auch her, seit der Fußballplatz zuletzt eine neue Aschendecke erhielt. Die ist nach ungezählten Trainings- und Spieleinheiten kaum noch nutzbar und soll gegen einen Kunstrasenbelag ausgetauscht werden. Seit Frühjahr 2010 macht sich der Förderverein Fußball für das Projekt stark. Wie Vorsitzender Dieter Schauf berichtete, schätzt ein Fachbüro den Kostenaufwand auf 430 000 bis 480 000 Euro. Schauf sprach gestern bei der BKT-Präsentation aber auch von einem Wermutstropfen: Vom Bürgermeister habe er erfahren, dass die Kosten nach Schätzungen der Stadt aber gegen 700 000 Euro tendieren.

Die von einer Rösrather Brennerei letztlich umgesetzte Idee zur BKT-Neuauflage reifte im Förderverein Fußball. Mitglied Bernd Borgmann steuerte nicht nur das Rezept bei, sondern auch die Original-Etiketten aus dem Jahre 1948. Während Wolfgang Stötzner (Weltladen Gruiten), Landschaftswächter Hans-Joachim Friebe, Hans Richartz und Horst Zimmerling (beide Förderverein Fußball) BKT schon seit der Jugendzeit kennen, Zimmerling in der Gaststätte Zum Schwan ungezählte Flaschen an die Gäste ausschenkte, lernte Joachim Raitor (Verein Dorffest) BKT erst 1961 kennen, als er nach Gruiten kam. Nach 1989 sattelte er auf einen anderen Kräuterlikör um. "Den werde ich aber jetzt entsorgen", versprach er.

Fabrik stammt aus dem Jahr 1840

Die Brennerei aus dem Jahr 1840 wurde 1904 von Bernd Borgmanns Großvater Heinrich von der Familie Forsthoff übernommen. Ab 1939 führte Sohn Albert den Betrieb, der nach seinem Tod 1975 von den Söhnen geleitet wurde. Nach 1978 verlegten sie sich auf die Herstellung von Spirituosen und kauften den Alkohol zu.

(RP)