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Michael Respondek ist ein wahrer Meister seiner Fächer

Haan : Michael Respondek ist ein wahrer Meister seiner Fächer

Schon als kleiner Junge wollte Michael Respondeck „irgendwas mit Autos“ machen. Er fand es einfach toll, an Kraftfahrzeugen zu „werkeln“ und anderen Leuten bei Problemen am Auto helfen zu können.

Der gebürtige Mettmanner begann im Jahr 2000 nach seinem Abschluss der Realschule mit der Fachoberschulreife eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker bei der Ernst Jüntgen GmbH in Haan, die er 2004 mit Note 1,8 als Innungsbester abschloss. Ab 2003 durfte er seinen Chef sogar zu den Rennen der Historischen Tourenwagen-Trophy begleiten – und konnte so noch während seiner Lehrzeit Erfahrungen als Renn-Mechaniker sammeln. Dank des  sehr guten Gesellenprüfungsabschlusses wurde Michael Respondeck in die Begabtenförderung der Handwerkskammer Düsseldorf aufgenommen; der heute 37-Jährige durfte damit gleich unmittelbar nach Ausbildungsende schon mit der Meisterfortbildung beginnen.

Was Früchte trug: Respondeck schloss die Meisterprüfung als jahresbester Kraftfahrzeugtechnikrmeister im Düsseldorfer Handwerkskammerbezirk ab. Nach der Meisterprüfung absolvierte der lernbegeisterte und leistungsstarke Junghandwerker noch einen damals von der Kammer angebotenen beschleunigten dreieinhalbmonatigen Aufstiegsfortbildungsstudiengang zum Betriebswirt im Handwerk. Und – auch hier schloss er als jahresbester Prüfungsabsolvent ab. Kein Wunder also, dass der „Doppel-Jahresbeste“ auf der Meisterfeier vor 2500 Gästen die Rede stellvertretend für die prüfungsbesten Jungmeister halten „durfte“.

Mit dem Betriebswirt in der Tasche startete Respondeck im Jahr 2006 in seine hauptberufliche Karriere; zunächst als Serviceberater im Autohaus Brandenburg GmbH. Von 2007 bis Ende 2009 war Michael Respondeck als Diagnosemodul-Entwickler für die Robert-Bosch GmbH und für die Daimler AG tätig.

Vor mittlerweile fast zehn Jahren wechselte Respondeck  auf die „andere Seite“ der Berufspraxis, wurde Fachdozent für Kraftfahrzeugtechnik an der Akademie der Handwerkskammer.  Der Anfrage der Kammer, ob er  auch im verwandten Handwerk der Landmaschinentechnik die Lehrgangsplanung, -Koordinierung und –Leitung übernehmen wolle, stimmte er zu. Nicht ganz überraschen kann, dass Respondeck dann aber auch für sein zusätzliches berufspädagogisches Einsatzfeld als Technik- und Theorielehrer rund um die mobile Agrar-, Bau- und Kommunaltechnik ebenfalls die bestmögliche Qualifikation aufbieten wollte. Und so holte der Perfektionist nun auch noch die Fortbildungsprüfung zum Landmaschinenmechanikermeister nach, kombinierte dabei sein berufliches Deputat mit den Lehrgangsteilnahmen in Vollzeitunterricht. Damit nicht genug: Parallel zu seiner Berufstätigkeit nahm Michael Respondeck auch noch nebenberuflich ein Wunsch-Studium zum Bachelor of Engineering in Maschinenbau auf, wo er aktuell sein 7. Semester durchläuft.

„Ich habe zwar damit gerechnet, dass ich aufgrund meiner aktuellen, beruflichen Tätigkeit die fachtheoretischen Meisterprüfungen in der Auftragsabwicklung und Betriebsführung überdurchschnittlich absolviere. Nicht erwartet habe ich aber, dass mir das augenscheinlich auch in den fachbezogenen, theoretischen Prüfungen Maschinentechnik und Instandhaltungstechnik, sowie in den praktischen Prüfungen ebenso gut gelungen ist, da ich hier ja mit eher eingeschränkten Vorkenntnissen in die Meisterfortbildung gekommen bin“, blickt Michael Respondeck bescheiden auf den jüngsten, erneut sehr fordernden Lebensabschnitt zurück, den er  einmal mehr als Bester seines Fachs des gesamten Lehrgangsjahres hinter sich brachte. „Die Wissensvertiefung in Landtechnik fiel mir auch deshalb leicht, weil die Verbindung von klassischem Stahlbau und hochkomplexer Regelelektronik - von der Kettensäge mit knapp 2 PS bis zum Feldhäcksler mit über 1100 PS und vom handfesten Maschinenbau bis zur filigranen Elektronik eines Mähroboters – einfach faszinierend vielfältige Herausforderungen mit sich bringen,“ schmunzelt der „Doppelmeister“.

Entsprechend enthusiastisch empfiehlt Michael Respondeck Jüngeren den Schritt in eine Ausbildung im Handwerk. „Das Gefühl, etwas alleine bewerkstelligt zu haben, sei es die Notrettung einer Frisur kurz vor dem bevorstehenden Date, sei es ein Stottermotor, den man wieder zum Laufen gebracht hat, sei es der Bau eines Tischs, an dem am Ende die eigene Familie sitzen und essen kann, bringt ein Glücksgefühl mit sich, das nicht nachvollziehen kann, wer es nicht erlebt hat. Meiner Meinung nach dürfte es keine Ingenieure und schon gar keine Lehrer geben, die nicht vorab ein paar Jahre selbst gelernt haben, wozu die Dinge und Inhalte dienen, die entwickelt und vermittelt werden sollen. Ich habe eine solche Ausbildung genossen und profitiere von ihr; leider kann ich mich jedoch nur an wenige Lehrer in allgemeinbildenden Schulen erinnern, die wussten, wofür das Gelehrte von Nutzen ist.“

Michael Respondeck blickt optimistisch auf eine erfüllende berufliche Zukunft: „Die Landmaschinenbranche entwickelt sich rasant weiter. Während noch bis in die 1990er Jahre der Landwirt mithilfe einfacher Traktoren die Feldarbeit leistete, geschieht die Arbeit heute oftmals mit hochtechnisierten Arbeitsmaschinen, die die Abmessungen des Feldes und Hindernisse vor Ort kennen und zentimetergenau abfahren, und gleichzeitig wissen, an welcher Stelle der Ertrag der vergangenen Ernte geringer war und darauf reagieren, indem Saatgut oder auch Düngemittel selbsttätig angepasst werden und alle diese Informationen in Echtzeit an den Landwirt in der Kabine oder am heimischen Computer übermitteln. Zukünftig könnten vielfach Drohnen, aus der Luft oder fahrend auf dem Boden, einen großen Teil der Arbeit übernehmen. Der Verbrennungsmotor wird durch elektrische Antriebe ergänzt oder gar irgendwann ersetzt.“

Am Rande erwähnt: 2019 hat der exquisiten Jungmeisters und Lehrer ein Fachlehrbuch für die Ausbildungspraxis zum Kfz-Servicetechniker geschrieben. Und Hobbys hat Michael Respondeck, der bei der Heirat seinen Familiennamen Friebe gegen den seiner Gattin eintauschte, auch „Ganz wichtig: Meine Familie; außerdem Reisen und Aufenthalte in Norwegen – und mein eigener VW Bus. Da ist immer noch was weiter zu perfektionieren!“