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Grevenbroich: Pumpen gegen Fischsterben

Grevenbroich : Pumpen gegen Fischsterben

Feuerwehr und Erftverband rückten gestern mit Pumpen zur Erft aus. Nachdem eine Wehrklappe in Wevelinghoven ausgefallen war, herrschte Niedrigwasser in den umliegenden Gräben. Es drohte ein Fischsterben.

Die Störung am Stauwehr des Erftverbands an der Kottmanns-Mühle hat größere Folgen als zunächst vermutet. Am Dienstagmittag war eine der beiden Wehrklappen heruntergefahren. Die Ursache: ein Kurzschluss. Der Wasserstand vor dem Wehr sank daraufhin rapide von 2,40 auf 1,20 Meter ab. An den Rändern des Flusses wurden in Wevelinghoven große matschig-braune Bereiche sichtbar, die sonst überflutet sind.

Foto: Dieter Staniek

Ein Mitarbeiter des Erftverbandes fuhr zwar die Klappe per Hand wieder hoch — doch dieses Provisorium hielt nicht lange: Am Mittwochabend war die Klappe schon wieder unten, das gestaute Erftwasser floss erneut Richtung Neuss ab. Das hatte vor allem Folgen für die benachbarten Gräben, die Biotope drohten trocken zu fallen.

"Der Hydraulik-Zylinder am Wehr ist defekt, vermutlich durch den Kurzschluss", erklärt Ulrich Muris, stellvertretender Abteilungsleiter für oberirdische Gewässer beim Erftverband in Bergheim. Mit der Reparatur wurde zwar gestern begonnen — eine Gefahr war damit aber noch nicht gebannt: Durch den niedrigen Wasserstand hätte es zu einem größeren Fischsterben kommen können. Die Tiere hatten sich bereits in die übrig gebliebenen großen Pfützen zurückgezogen.

In einer konzertierten Aktion rückten daher Mitarbeiter der Feuerwehr und des Erftverbandes aus. Sie pumpten mehrere Stunden lang frisches Wasser in den Entwässerungsgraben nahe des "Biertempels" und in den Beesterkampgraben gegenüber der alten Klärteiche der Zuckerfabrik.

"Bei der Rettung von Tieren helfen wir selbstverständlich gerne", sagt Feuerwehrchef Udo Lennartz. Sein sechsköpfiges Team schlug gegen 11 Uhr eine "Schlauchbrücke" von der Erft in den Entwässerungsgraben und pumpte gehörig Wasser ab: "Pro Minute haben wir rund 1600 Liter in den Bach eingespeist", erklärt Brandoberinspektor Manfred Neuen. Gegen 15.30 Uhr konnte die Aktion beendet werden: "Der Graben hat wieder seinen normalen Wasserstand erreicht", meldete Neuen gegenüber der NGZ.

Der Einsatz hat sich gelohnt — davon ist Norbert Wolf überzeugt: "Durch den schnellen Einsatz ist es zum Glück nicht zu einem Fischsterben gekommen", erklärte der Grevenbroicher Umweltschutzbeauftragte. Zu einer anderen Jahreszeit hätte der Ausfall eines Hydraulik-Zylinders jedoch schwerere Folgen nach sich gezogen: "Im Frühjahr, wenn die Fische laichen, hätte ihre Brut durch das niedrige Wasser zerstört werden können. Dadurch hätte der gesamte Bestand in diesem Bereich leiden können."

Das Wehr wurde gestern nur provisorisch repariert. "Wir wollen mit einem Bagger die rund sechs Meter breite Klappe aus dem Wasser heben und dann befestigen", erläuterte Ulrich Muris gestern Mittag. Anschließend soll die Technik der aus den 1970er Jahren stammenden Wehranlage instand gesetzt werden.

(NGZ/rl)