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Grevenbroich: Wehr defekt: Kaum noch Wasser in der Erft

Grevenbroich : Wehr defekt: Kaum noch Wasser in der Erft

Erstaunt blickten Wevelinghovener auf die Erft. Sie wunderten sich am Dienstag, warum sie plötzlich so viel Wasser verloren hatte. An den Rändern des Flusses waren in der Gartenstadt auf einmal große matschig-braune Bereiche sichtbar, die sonst überflutet sind. Des Rätsels Lösung: "Die Wehranlage an der Kottmanns-Mühle in Wevelinghoven hatte eine elektrische Störung. Eine der beiden Wehrklappen war dadurch heruntergefahren", erläutert Luise Bollig, Sprecherin des Erftverbandes in Bergheim.

Die Folge: Das Wasser floss ab, der Wasserstand vor dem Wehr sank von 2,40 auf nur noch rund 1,20 Meter. Erst mehrere Stunden, nachdem der Defekt – wahrscheinlich mittags – aufgetreten war, erfuhr der Verband davon. "Bürger hatten sich an die Kreisleitstelle gewandt. Wir haben sofort einen Mitarbeiter losgeschickt", erläutert Ulrich Muris, stellvertretender Abteilungsleiter für oberirdische Gewässer beim Verband. Am Dienstag gegen 18.30 Uhr fuhr der Mitarbeiter die Wehrklappe von Hand wieder hoch, der Wasserstand normalisierte sich wieder. Gestern fand der Erftverband die Ursache der Störung: ein Kurzschluss. Die Anlage ist bereits älteren Datums, stammt aus den 70er Jahren. Ein automatischer Störungsmelder existiert dort nicht – er soll in den nächsten zwei Jahren eingebaut werden.

Ohne Wasser war der unter anderem von RWE-Sümpfungswässern gespeiste Fluss bei Wevelinghoven natürlich nicht, rund 8000 bis 9000 Liter fließen in der Sekunde durch die Erft. "Mit dem an der Mühle aufgestauten Wasser werden der Beesterkampgraben und der Wevelinghovener Entwässerungsgraben gespeist" so Muris. Er vermutet, dass der Beesterkampgraben am Dienstag Nachmittag zeitweise trocken gefallen war. Was ist mit den Wasserbewohnern passiert? "Das Wasser ist zurückgegangen und hat wohl die Fische mitgenommen. Wir konnten dort keine toten Fische finden." Das Wehr dient aber auch der Stromgewinnung, an der Mühle ist eine Turbine installiert.

(stan)