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Grevenbroich: Alter Film im Internet beliebt

Grevenbroich : Alter Film im Internet beliebt

Der Schwarz-Weiß-Film "Expedition Grevenbroich" von Albert Kreuels ist ein spannendes Dokument der Stadtgeschichte. Auch im Internet erfreut er sich großer Beliebtheit – unter anderem auf Facebook und YouTube.

Der Schwarz-Weiß-Film "Expedition Grevenbroich" von Albert Kreuels ist ein spannendes Dokument der Stadtgeschichte. Auch im Internet erfreut er sich großer Beliebtheit — unter anderem auf Facebook und YouTube.

Foto: Screenshot

Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten 50 "Gefällt mir"-Klicks da waren: Vor wenigen Tagen hat ein Internetnutzer den alten Schwarz-Weiß-Film "Expedition Grevenbroich" auf der Internetseite "Wir kommen aus Grevenbroich" hochgeladen. Auf der offenen Seite tauschen sich Bürger, die aus der Schlossstadt stammen, aus und zeigen gerne alte Fotos. Da kam der Film hervorragend an. Was viele jedoch nicht ahnen: Der Film gibt nicht nur spannende Einblicke in die Geschichte der Stadt. Er selbst hat auch eine aufregende Geschichte — und kam Mitte der 60er Jahre nicht bei allen gut an.

Journalist Albert Kreuels. Foto: Screenshot

Thomas Wolff vom Stadtarchiv kennt sich mit der Geschichte des Films bestens aus. "Er ist ein spannendes Zeitdokument", sagt der 35-Jährige. "Der Film zeigt zum Beispiel die einzigen uns bekannten Innenaufnahmen von der Produktion des früheren Nährmittelunternehmens Quäker." Ausgestrahlt wurde das 26 Minuten lange Werk des Neusser Journalisten Albert Kreuels am 14. September 1969 in der WDR-Sendung "Prisma des Westens". Die Stadt erwarb den Film im Anschluss — allerdings ohne Musik und Ton. Der Grund: Die Rechte wären zu teuer gewesen. "Es gab damals offenbar Probleme mit der Gema", meint Wolff.

Als das tonlose Werk im Juli 1965 im Stadtrat gezeigt wurde, war die Enttäuschung groß. Die Konsequenz: Das Material wanderte direkt ins Archiv. Doch mit den Jahren tauchten in Privatsammlungen erste Mitschnitte der im Fernsehen ausgestrahlten Sendung auf. In bescheidener Qualität zwar — aber immerhin mit Musik und Ton. Auf der Internetplattform YouTube tauchte das Werk irgendwann als "Dachbodenfund" auf. Der mit feinstem niederrheinischen Zungenschlag gesprochene Kommentar von Albert Kreuels wurde zum Kult. Der Film findet sich auch auf der im vergangenen Jahr erschienenen DVD "Grevenbroich in alten Filmen".

Vor allem aber die Aufnahmen der alten Industrie sind interessant. Viele der Firmen sind inzwischen Geschichte. "Der Film ist also auch mit Blick auf den Strukturwandel, den die Stadt erfahren hat, spannend", meint Thomas Wolff. Doch das Werk zeigt auch den Braunkohletagebau vor rund einem halben Jahrhundert, befragt Bürger, dokumentiert Automobilgeschichte. Eine Zeitreise — 26 Minuten lang, in Schwarz-Weiß.

(NGZ/rl)