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Grevenbroich: Polizei warnt Kinder vor dem "Toten Winkel"

Info-Aktion in Grevenbroich : Polizei warnt Kinder vor dem „Toten Winkel“

Verkehrsberaterinnen der Polizei starteten am Mittwoch eine Info-Aktion zum Schulstart in der Grevenbroicher Fußgängerzone. Sie warnten vor dem toten Winkel im Spiegel von Transportern und Lastwagen.

Mal hinter dem Lenkrad eines Transporters zu sitzen – das war sicherlich ein Erlebnis. Durch den Außenspiegel zu blicken und darin Ausschau nach einer auf dem Boden platzierten Folie zu halten – das war ganz klar eine Erfahrung. Denn das große, leuchtend orange-farbene Dreieck war beim besten Willen vom Cockpit des Kleinlasters aus nicht zu erkennen – obwohl es direkt daneben lag. Mit diesem simplen, aber dennoch effektiven Trick machte die Kreispolizei am Mittwoch in der Fußgängerzone auf die Gefahren des „Toten Winkels“ aufmerksam. Zielgruppe waren die Kinder, die am Donnerstag als „i-Dötzchen“ zum ersten Mal die Schulbank drücken werden.

„Wir haben viele Schüler erreichen können“, resümierte Hauptkommissarin Martina Vomberg zufrieden die rund dreistündige Aktion auf der Breite Straße in Grevenbroich. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Kerstin Ende und Petra Moll bot sie Kindern und deren Eltern eine Menge an Informationen, die für mehr Sicherheit auf dem Schulweg sorgen sollen.

Ihren Schwerpunkt legten die drei Beamtinnen auf den „Toten Winkel“ an Lkw und Kleinlastern – „denn der stellt vor allem für junge und unerfahrene Verkehrsteilnehmer eine große Gefahr dar“, berichtet Vomberg. Wie erschreckend wenig ein Kraftfahrer durch den Außenspiegel sieht, wurde anschaulich mit Hilfe des Transporters und der orangen Dreiecks-Folie demonstriert, die den von Brummi-Fahrern nicht einsehbaren Bereich markierte. „Viele waren erstaunt“, fasst Verkehrsberaterin Martina Vomberg die Reaktionen bei dem von Klein und Groß gerne genutzten Perspektivwechsel zusammen.

Sowohl Fußgänger als auch Radler sollten die für Lkw- oder Busfahrer nicht einsehbaren Bereiche auf alle Fälle meiden, rieten die Polizistinnen: „Raus aus der Gefahrenzone des ,Toten Winkels’ und rein in das Sichtfeld des Fahrers“, heißt hier die Faustregel. Und die sollte beachtet werden, meint auch Polizeisprecherin Daniela Dässel mit einem Verweis auf Statistik.

Alleine im vergangenen Jahr ereigneten sich kreisweit neun schwere Unfälle, bei denen der „Tote Winkel“ eine Rolle spielte; dabei gab es zwei Todesopfer zu beklagen. Zu den Schwerverletzten zählt ein 75-Jähriger Grevenbroicher, der mit seinem Rad im August 2019 auf der Bergheimer Straße von einem Lkw erfasst wurde. Der Fahrer hatte ihn nicht gesehen. In diesem Jahr ereigneten sich zwei „Tote-Winkel-Unfälle“ im Rhein-Kreis.