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Grevenbroich: Trauer um Klaus Steingießer, der "Mann mit der Fliege"

Ehemaliger Technischer Beigeordneter der Stadt Grevenbroich : Trauer um Klaus Steingießer, den „Mann mit der Fliege“

Trauer um Klaus Steingießer. Der ehemalige Technische Beigeordnete der Stadt starb jetzt im Alter von 87 Jahren. In Grevenbroich hat er bis heute seine Spuren hinterlassen.

 Steingießer war als „Mann mit der Fliege“ bekannt. Krawatten lehnte der ehemalige Wahlbeamte ab, der Zwei-Meter-Mann setzte auf die Schleife als modisches Accessoire. Im Dezember 1994 wurde Steingießer aus den Diensten der Stadt verabschiedet – fast 30 Jahre lang hatte er als Fachmann für Hochbaufragen gegolten. Dass der Abschied damals im Haus Hartmann gefeiert wurde, hatte einen besonderen Grund: Schließlich wurde das Gebäude unter Klaus Steingießers Regie umgebaut und in die „gute Stube“ der Stadt verwandelt.

Die Handschrift des Bauassessors ist auch anderen Stellen Grevenbroichs heute noch ablesbar. Steingießer begleitete etwa die Umsiedlung von Elfgen und Belmen, war an der Umgestaltung der Stadtparkinsel ebenso maßgeblich beteiligt wie am Bau des Parkdecks am Bahnhof und dem Wildfreigehege im Bend.

Steingießer wurde 1932 in Mülheim an der Ruhr geboren. Nach dem Abitur 1953 studierte er Architektur. Als Regierungsbaureferendar bei der Staatshochbauverwaltung im Regierungsbezirk sammelte er ebenso berufliche Erfahrung wie bei Finanzbauamt in Krefeld. Im Mai 1965 bezog er dann als Leiter des Hochbauamtes ein kleines, spartanisch eingerichtetes Büro, das sich damals in der Villa Erckens befand, dem heutigen Museum.

Bei der Verabschiedung aus Grevenbroich lobte der damalige Stadtdirektor Heiner Küpper das fachliche Können und die Kollegialität von Klaus Steingießer. Die frühere Personalratsvorsitzende Anneliese vom Scheidt bezeichnete ihn als liebenswerten Chef und verständnisvollen Ansprechpartner. Nach seiner Grevenbroicher Zeit zog sich Steingießer noch nicht in den Ruhestand zurück. Er war freiberuflich als „Gutachter im Bauwesen“ tätig.

Wegen der Corona-Pandemie fand die Beisetzung im engsten Familienkreis statt.

(wilp)