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Grevenbroich: Junge Schützen starten Hilfsaktion für die "Jägersruh"

„Löstige Jonge“ aus der Südstadt : Junge Schützen starten Hilfsaktion für die Gaststätte „Jägersruh“

In der Corona-Pandemie wollen junge Schützen ihre Gründungskneipe vor der Insolvenz bewahren. Die „Löstige Jonge“ haben eine Spendenaktion für die „Jägersruh“ gestartet.

Junge Schützen haben eine Hilfsaktion für die unter der Corona-Pandemie leidende „Jägersruh“ gestartet. Die „Löstige Jonge“ bitten um Unterstützung für die Traditions-Gaststätte, die immerhin Wachlokal von 19 Schützenzügen ist. Über die Sozialen Medien haben sie einen Spendenaufruf gestartet und werben für einen Besuch an der Neuenhausener Straße. Gastwirt Andrej Malkoc ist gerührt: „Eine wunderbare Hilfe, die wir sehr gut gebrauchen können.“

Die „Jägersruh“ ist Legende. Lange Zeit stand das Haus unter der Regie des Ehepaars Schneider, das die Gaststätte zu einer der beliebtesten im Stadtgebiet machte. Als nach 42 Jahren Schluss war, übergaben die Schneiders ihre Kneipe in neue Hände. Der Nachfolger konnte allerdings nicht mehr an die alten Zeiten anknüpfen. Doch dann kam Andrej Malkoc ins Spiel: 2016 übernahm er die „Jägersruh“ und legte sich mächtig ins Zeug. Nicht ohne Erfolg: „Die Leute sind wieder nach Hause gekommen“, stellt der verheiratete Vater von drei Kindern zufrieden fest.

Doch dann kam Corona. Seit März seien die Umsätze in der „Jägersruh“ eklatant eingebrochen, so wie in der gesamten Gastronomie, beklagt Malkoc. „Seit sechs Monaten haben wir so gut wie nichts verdient“. Was den Gastwirt freut: Die Brauchtumsfreunde hätten zu ihm gehalten, acht Schützenzüge hätten ihn mit jeweils 100 Euro im Monat unterstützt. „Das hat in schweren Zeiten viel geholfen“, sagt Andrej Malkoc. Obendrein habe es Geld aus dem Hilfspaket gegeben, von dem nach dem Abzug der Miete allerdings kaum etwas übrig geblieben sei. Köchin und Küchenhilfe sind seit April in Kurzarbeit.

Die „Löstige Jonge“ wollen ihrem Gastwirten in schweren Zeiten unter die Arme greifen und haben jetzt über Instagram einen Spendenaufruf gestartet. Ziel der Schützen ist es, ihre Gründungskneipe vor der drohenden Insolvenz zu bewahren. Die 18- bis 21-Jährigen, die vor drei Jahren den 1952 von Kaufleuten gegründeten Jägerzug übernahmen, verbinden dies mit einem Gewinnspiel: Jeder, der einen beliebigen Betrag spendet, nimmt an einer Verlosung teil, die im Herbst via Livestream übertragen wird. „Zu gewinnen gibt es Gutscheine von der ,Jägersruh’ und lokalen Geschäften“, sagt Zugführer Simon Esser.

Wer spenden möchte, findet die Bankverbindungen auf dem Instagram-Auftritt der „Löstige Jonge“. Die werben dort auch für einen Besuch der Gaststätte – vor allem unter jungen Leuten. „Es gibt nun auch Sitzmöglichkeiten draußen – und auf der Speisekarte finden sich einige neue Leckereien“, sagt Simon Esser. Also: Nichts wie hin.