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Grevenbroich: „Das Wasser der Erft es jot“

Grevenbroich : „Das Wasser der Erft es jot“

Grevenbroich "Nicht nur das Wasser von Köln, auch das der Grevenbroicher Erft es jot", sagt Norbert Wolf. "Im Fluss leben zwanzig Fischarten, die sich seit Jahren fortpflanzen. Vom Aal über den Wels, ist im Gewässer alles zu finden", erklärt der städtische Umweltexperte und zeigt mit dem Daumen auf einen 28 Pfund schweren Schuppenkarpfen, der hinter einer dicken Glassscheibe im Becken des Gewässerlehrpfads am Schneckenhaus schwimmt.

Grevenbroich "Nicht nur das Wasser von Köln, auch das der Grevenbroicher Erft es jot", sagt Norbert Wolf. "Im Fluss leben zwanzig Fischarten, die sich seit Jahren fortpflanzen. Vom Aal über den Wels, ist im Gewässer alles zu finden", erklärt der städtische Umweltexperte und zeigt mit dem Daumen auf einen 28 Pfund schweren Schuppenkarpfen, der hinter einer dicken Glassscheibe im Becken des Gewässerlehrpfads am Schneckenhaus schwimmt.

Dort startete am Wochenende die erste Aktion des "Erftauenwegs". Bis zum 27. August bietet die Stadt Grevenbroich entlang des Gewässers thematische Wanderungen an. Ziel der Aktionen ist es, die Flora und Fauna sowie das Leben in der Erft und die Freizeitmöglichkeiten entlang des Flusses bei Besuchern und Grevenbroichern bekannter zu machen. "Auf unserer Tour begegnen wir nun den Mitgliedern des hiesigen Angelvereins. Sie zeigen uns, mit welchen Ködern und Techniken sie die Fische an den Haken bekommen", sagt Norbert Wolf, der seit Jugendtagen zur Angelroute greift.

Am Flutgraben wartet bereits Sebastian Steinhäuser auf die "Erft-Touristen". Mit einem künstlichen "Wackler" macht der 26-Jährige Jagd auf Hecht und Zander. "Der Köder wird auf die Wasseroberfläche geschlagen. Zur Sicherheit habe ich einen Stahldraht davor montiert, damit der Hecht die Schnur nicht durchbeißen kann", berichtet Steinhäuser. Doch alles was der 26-jährige Angler mit dem "Wackler" aus der trüben Erft zieht sind Pflanzen. "Der starke Regen vom Vortag erschwert das Angeln heute besonders", so Norbert Wolf.

Einige Meter weiter flussabwärts erklärt der Umweltexperte die Tricks des Fliegenfischens. "Es gibt viele Angelarten, die sehr bewegungsintensiv sind. Hier muss der Angler mit der Route weit ausholen, um den Köder, eine Trockenfliege, für Fische attraktiv zu platzieren", berichtet Wolf.

Auf dem Fußmarsch Richtung Kamper Mühle erläutert Norbert Wolf den "Erft-Touristen", was auf Gewässer sowie Vereine an Veränderungen zukommt. "Wenn ab 2040 - bedingt durch die Abwanderung des Tagebaus - weniger Wasser in die Erft eingeleitet wird, haben es die Fische schwer. Jetzt fließen rund 55 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Wehre, später sind es gerade mal dreieinhalb", erklärt der städtische Umweltexperte.

Angeln ohne Route, das funktioniert seit Jahrzehnten an der Kamper Wassermühle. Ein so genannter Aal-Selbstfang unterhalb der Wehrklappen lässt die Fische auf ihrem Weg zum Laichgebiet auf ein Rost springen. "Aale werden seit geraumer Zeit vom Erftverband wieder im Gewässer eingesetzt, damit sie sich erneut ansiedeln können - und es funktioniert", berichtet Wolf.

In Höhe der evangelischen Kirche versucht ein Mitglied des Angelvereins Grevenbroich mit lebendigen Ködern sein Glück. Doch auch hier will kein Zander beißen. "An dieser Stelle sehen wir die sensibelste Art zu angeln, das Stippfischen. Ob es allerdings etwas mit dem Heringsstipp zu tun hat, ist unklar", sagt der Umweltexperte und schmunzelt.

Egal ob Käse oder Mais, die Lebewesen der Grevenbroicher Brassenregion, sind wählerisch. Die erste Angeltour im Rahmen des "Erftwanderwegs" endet ohne Beute. "Das ist der Vorführeffekt", meint Norbert Wolf. Am Schneckenhaus bieten die Petri-Jünger den "Erft-Touristen" zum Trost geräucherte Exemplare an. Begeistert stellen sie fest: "Grevenbroicher Fisch schmeckt!"

(NGZ)