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Erneut Diskussionen um Garzweiler II: RWE: Grünen-Attacke ist "rätselhaft"

Erneut Diskussionen um Garzweiler II : RWE: Grünen-Attacke ist "rätselhaft"

Grevenbroich. Rund ein halbes Jahr war Ruhe - jetzt erhitzt das Thema Garzweiler II erneut die Gemüter in Düsseldorf. Die Grünen nahmen die Bilanzpressekonferenz des Essener Konzerns RWE zum Anlass, um den Anschlusstagebau wieder einmal auf den Prüfstand zu stellen. Sie forderten, die SPD solle ihre Haltung zu Garzweiler II überprüfen und die Genehmigungen überdenken. Für Rheinbraun-Sprecher Dr. Wolfgang Rönnebeck ist der Vorstoß der Grünen "rätselhaft".

Grevenbroich. Rund ein halbes Jahr war Ruhe - jetzt erhitzt das Thema Garzweiler II erneut die Gemüter in Düsseldorf. Die Grünen nahmen die Bilanzpressekonferenz des Essener Konzerns RWE zum Anlass, um den Anschlusstagebau wieder einmal auf den Prüfstand zu stellen. Sie forderten, die SPD solle ihre Haltung zu Garzweiler II überprüfen und die Genehmigungen überdenken. Für Rheinbraun-Sprecher Dr. Wolfgang Rönnebeck ist der Vorstoß der Grünen "rätselhaft".

Die Entscheidungen von RWE bewiesen nicht, dass die Braunkohle am Ende sei, sondern zeigten im Gegenteil, dass dieser Energieträger auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen werde. "Vor allem Gaskraftwerke sind von der Stilllegung betroffen", so Rönnebeck. Die Preise für Öl und Gas seien in den vergangenen Monaten so dramatisch gestiegen, dass Braunkohle mehr denn je unverzichtbar sei. "Die Energiepreisentwicklung hat gezeigt, wie wichtig es ist, kostengünstige heimische Energieträger zu fördern", erklärt der Rheinbraun-Sprecher.

Die Forderung der Grünen habe "keinerlei sachliche Grundlage". Das sieht Edmund Feuster, SPD-Landtagsabgeordneter aus Grevenbroich, ähnlich: "Ich kann die Position der Grünen nicht nachvollziehen", sagt er. "Gerade die Tatsache, dass Atom- und Gaskraftwerke abgeschaltet werden, zeigt, dass wir mit der Braunkohle auf das richtige Pferd setzen." Die SPD stehe im Land, im Kreis und in der Stadt zum Anschlusstagebau. Politisch seien alle Weichen gestellt, und auch Rheinbraun habe in den vergangenen Tagen mit den ersten Entwicklungsmaßnahmen begonnen.

Oliver Keymis, Landtagsabgeordneter der Grünen aus dem Kreis Neuss, ist anderer Meinung. "RWE sollte aufhören, den Menschen in unserer Region Sand in die Augen zu streuen", sagt er. Das "Dinosaurier-Projekt" sei "ökonomisch nicht sinnvoll und ökologisch eine Katastrophe". Keymis: "Bis vor kurzem wurde von RWE noch geleugnet, dass in Deutschland Strom-Überkapazitäten produziert werden." Dass RWE an Garzweiler II festhalte und 48 Quadratkilometer Natur aufreißen wolle, obwohl andere Energieträger effizienter seien, lasse vermuten, dass RWE nur Angst habe, sein Gesicht zu verlieren. "Wirtschaftlich ist das Projekt tot", so Keymis.

PeS (12.10.2000)