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Corona-Lockerungen in Grevenbroich: Fitnessstudio bereitet Neustart vor.

Corona-Lockerungen in Grevenbroich : Fitnessstudio bereitet Neustart vor

Bei Uniquesport gehen Sportgeräte, Trainer und Kunden auf Sicherheitsabstand. Noch muss das Land NRW die Auflagen für den Neustart konkretisieren. Fest steht bereits, dass Duschen und Umkleiden erst einmal nicht genutzt werden dürfen.

Die Politik hat ihn überrascht: Yücel Uzar sprüht Desinfektionsmittel auf eine Querstrebe des Fitnessgeräts und sagt: „Ich war skeptisch und dachte, wir dürften erst nach Pfingsten wieder öffnen.“ Von wegen! Im Uniquesport Fitness Club an der Bergheimer Straße geht es am Montag wieder los. Bis dahin laufen die Vorbereitungen. „Noch kenne ich die Auflagen nicht“, sagt Inhaber Uzar. In der sechswöchigen Zwangspause hat er selbst ein Hygiene-Konzept für seine 1500 Quadratmeter große Fitnessanlage, davon rund 800 Quadratmeter Trainingsbereich, übertragen.

Ausgehend von der für den Einzelhandel geltenden Maßzahl – ein Kunde pro zehn Quadratmeter Fläche – dürften maximal 80 Sportler gleichzeitig trainieren. Alle Geräte stehen mittlerweile so zueinander, dass mindestens zwei Meter Abstand zwischen ihnen sind; notfalls wurden Geräte gesperrt. Die Trainer sind angewiesen, ihre Hilfestellung nicht unmittelbar am Kunden zu geben – sondern aus sicherer Entfernung mündlich oder, in dem sie selbst vormachen, wie ein Gerät oder eine Übung korrekt genutzt werden. Beim EMS-Training, der elektrischen Muskelstimulation, müssen sich die Teilnehmer die verkabelte Weste selbst anlegen. Umkleiden und Duschen werden geschlossen bleiben; der gerade erst renovierte Loungebereich und die Kinderabteilung ebenfalls; „denn wir sollen einen Aufenthalt bei uns vermutlich nicht verlängern“.

Trotz dieser sehr detaillierten Pläne für das Grevenbroicher Fitnessstudio sind noch viele Fragen unklar. Was passiert mit den rund 30 Sportkursen pro Woche? Die Mehrzahl von ihnen wird durch freiberufliche Trainerinnen und Trainer angeleitet, die als Solo-Selbstständige besonders dringend wieder Einnahmen gebrauchen könnten. Die 18 Angestellten und Aushilfen werden ab Montag benötigt, um den Startbetrieb zu begleiten.

Mit ihrem Kurzarbeitergeld gab es laut Uzar Ende April Probleme. Damit die Beschäftigten die Mittel der Arbeitsagentur rechtzeitig bekommen, hatte er die Unterlagen bereits am 22. April in Mönchengladbach eingereicht. Und kassierte prompt eine Ablehnung. Schließlich könne es ja sein, dass der Betrieb noch im April wieder losgehe. Uzar musste Widerspruch einlegen und dieselben Unterlagen Anfang Mai erneut einreichen. Auch das ist offenbar ein Indiz für Normalität. Die Bürokratie ist zurück.