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Leverkusen: Verhaltener Zulauf beim Neustart der Tafel

In Leverkusen ist wieder geöffnet : Verhaltener Zulauf beim Neustart der Tafel

Nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Kundenzahl kam zur Lebensmittelausgabe nach Wiesdorf. Der Verein sucht noch kräftige Helfer.

Wegen Corona mussten die Türen zuletzt über mehrere Wochen geschlossen bleiben. Seit dieser Woche sind die Ausgabestellen der Leverkusener Tafel in Wiesdorf, Quettingen, Alkenrath und Manfort wieder geöffnet. Nur die Memelstraße 13A in Rheindorf bleibt weiterhin dicht. Der Grund: fehlende Helfer. „Wir suchen händeringend nach Mitarbeitern“, sagt Reiner Endlein, stellvertretender Tafel-Vorsitzender. Abgesehen davon sei nun die Hoffnung auf eine Rückkehr zum Alltag sehr groß. Selbst wenn es – wie aktuell – bei den bisher üblichen Hygiene- und Abstandsregelungen auf dem jeweiligen Gelände bleiben müsse. „Im Moment sind Normalität und geregelte Abläufe das wichtigste“, erklärt Endlein mit Blick auf die nächsten Monate.

Optimistisch stimmt ihn auch die Tatsache, dass fast alle ehrenamtlichen Mitarbeiter inzwischen mindestens einmal, manche vollständig, gegen das Virus geimpft sind. Selbst Personen, die wegen ihres Alters eigentlich noch nicht an der Reihe gewesen wären, konnten nach einem Erlass des NRW-Gesundheitsministers vorzeitig an die Reihe kommen. In Absprache mit der Stadt Leverkusen erhielten sie die restlichen Injektionen, die ansonsten vernichtet worden wären. Allerdings, bedauert Endlein, habe man altersbedingt durch die Pandemie auch einige Helfer verloren.

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Obwohl die Ausgabe bei der Tafel zuletzt eingestellt war, sei die Zeit der Schließung sinnvoll genutzt werden. Zum Beispiel wurde eine neue Videoüberwachung installiert, so dass das Gelände Dönhoffstraße 103 in Wiesdorf künftig jederzeit kontrollierbar ist. Außerdem wurde das Büro in der Zentrale gründlich saniert, nachdem ein Wasserrohrbruch im ersten Obergeschoss des Hauses ziemlichen Schaden angerichtet hatte.

Sofort am ersten Tag kamen 60 Bedürftige, um sich ihre Lebensmittel in Wiesdorf abzuholen. Alles habe einwandfrei funktioniert, berichtet Endlein, obwohl der Verein mit einem reduzierten ehrenamtlichen Team starten musste. Vor Corona hatten sich an gleicher Stelle und an drei Tagen die Woche jeweils rund 125 Personen in die Warteschlangen eingereiht.

Vorausgesetzt, die Leute würden sich trauen und zurückkommen, so Endlein, sei er überzeugt, dass die Nachfrage kurzfristig deutlich steigen werde. Das sei dringend notwendig, nachdem die Tafel zuletzt Lebensmittel verschenkt hatte und wichtige Spendeneinnahmen weggebrochen waren.

Üblich sei eigentlich die Zahlung eines geringen Beitrages, gestaffelt nach der Größe des Haushaltes. Zu dieser Regelung werde man ab 31. Mai zurückkehren. Bislang hätten nicht nur Lebensmittelhändler den Neustart unterstützt, sondern auch viele Bürger und Firmen. Alleine Currenta spendete der Institution 3000 Euro.