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Emmerich: "Lassen Sie uns Peter Kossen"

Emmerich : "Lassen Sie uns Peter Kossen"

Die Emmericher lieben ihren Pfarrer Peter Kossen. Bischof Glenn bekam es bei seinem Besuch im Martini-Pfarrheim zu spüren. Glenn machte gleichzeitig klar, dass die Kirchen in Emmerich nicht geschlossen werden.

Am Montagabend hatten Kirchenvorstand und Rat der Seelsorgeeinheit von St. Christophorus/St. Johannes im Pfarrheim von St. Martini Gelegenheit, dem Bischof ihre Gemeinde vorzustellen und gleichzeitig Fragen und Wünsche vorzutragen.

Beeindruckt zeigte sich Dr. Felix Glenn von der "gut verlaufenen Zusammenführung" der Gemeinden zu einer Einheit mit jetzt 13 000 Katholiken.

Mit einer "Bilderreise" wurden ihm die sieben Kirchengebäude, verschiedenen Gruppierungen, Aktivitäten und Höhepunkte innerhalb des kirchlichen Lebens nahe gebracht.

Vorstandsmitglied Michael Benning, der mit einer "Bilanz" entsprechende Daten und Fakten vorlegte, konnte "trotz angespannter Lage" von einem ausgeglichenen Haushalt berichten. Er schloss seinen Bericht mit der vom Beifall der Versammlung begleiteten Bitte: "Erhalten Sie uns Peter Kossen!"

Der Bischof stellte die Frage: "Wie können wir dazu beitragen, dass Menschen Christen bleiben und werden?" und "Wie können wir den Leuten zeigen, dass es sinnvoll ist, Christ zu sein?" an den Anfang seiner Ausführungen.

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"Wie ein Weihnachtsbaum"

Er betonte, dass Christsein nicht allein Sache der Hauptamtlichen, sondern Aufgabe aller im Gemeindeleben tätigen Ehrenamtlichen sei.

Gleichzeitig empfahl er — auch mit Blick auf Peter Kossen: "Arbeiten Sie nicht mehr als Sie können."

Ehrenamtliche stünden ebenfalls in der Gefahr überlastet zu sein und zu einem "Weihnachtsbaum" zu werden: "Hängen wir noch 'ne Kugel dran."

Die Frage von Kirchenschließungen brannte den Anwesenden auf den Nägeln, zumal dem Bischof der Ruf als Kirchenschließer aus seiner Zeit in Essen vorauseilt.

Glenn erklärte, dass im Ruhrgebiet völlig andere Gegebenheiten herrschten als am Niederrhein. Dort seien innerhalb der letzten 60 Jahre rund 45 Kirchen neu gebaut worden, was sich angesichts der inzwischen eingetretenen, großen Bevölkerungsabwanderung als zuviel erwiesen habe. Am Niederrhein dagegen sei man nicht in den finanziellen Schwierigkeiten wie im Ruhrgebiet.

Die Kirchen von St. Christophorus und St. Johannes sollten auch außerhalb der Eucharistiefeiern mehr genutzt werden. "Man kann zwar niemanden zu einem Ja zur Kirche bewegen, wenn er Nein sagt", so Glenn. Er empfahl aber "kreative Gedanken", um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

(RP)